Du planst einen Besuch in Prag und möchtest mehr sehen als nur die Menschenmassen auf der Karlsbrücke? Lass die klassischen Reiseführer beiseite.
Wir haben einen einzigartigen Reiseführer zu 45 Orten zusammengestellt, die die Seele Prags ausmachen. Zu jedem Punkt verraten wir dir eine faszinierende Besonderheit und geben dir vor allem einen geheimen Tipp.
Damit entdeckst du versteckte Orte, vermeidest Warteschlangen oder bemerkst Details, die 99 % der Touristen einfach übersehen.
Sehenswürdigkeiten Prag – Karte der schönsten Orte, was man in Prag sehen kann
1. Prager Burg
Die Prager Burg ist das Wahrzeichen der Stadt und laut dem Guinness-Buch der Rekorde der größte zusammenhängende Burgkomplex der Welt. Das Areal mit einer Geschichte, die bis ins 9. Jahrhundert zurückreicht, war Sitz böhmischer Fürsten, Könige und seit 1918 der Präsidenten. Innerhalb seiner Mauern befinden sich Paläste, Kirchenbauten und Gärten.
Wissenswertes: Der Legende nach leitet sich der Name Goldenes Gässchen von den Alchemisten aus der Zeit Rudolfs II. ab, die hier angeblich Gold herzustellen versuchten. Tatsächlich wohnten hier jedoch Burgschützen und Handwerker.
Praktischer Tipp: Das Gelände der Prager Burg ist nach einer Sicherheitskontrolle kostenlos zugänglich. So kannst du die Innenhöfe und einen Teil der Kathedrale besichtigen. Für den Eintritt in die einzelnen historischen Gebäude (Altes Königspalais, Goldenes Gässchen usw.) ist der Kauf einer Eintrittskarte erforderlich.
Geheimer Tipp: Meide den Haupteingang mit den längsten Warteschlangen. Nutze den Eingang beim Schwarzen Turm von der Alten Schlosstreppe – dort sind deutlich weniger Menschen und du kommst zudem auf einem historischen Weg an.

2. Veitsdom
Der Veitsdom ist das Wahrzeichen des Areals der Prager Burg. Er diente als Krönungsstätte und letzte Ruhestätte böhmischer Könige und beherbergt Kunstwerke und historische Artefakte. Sein Bau dauerte fast 600 Jahre.
Wissenswertes: Eines der bekanntesten Glasfenster von Alfons Mucha in der dritten Kapelle des nördlichen Seitenschiffs zeigt die Ankunft von Kyrill und Method. Es wurde in den 1930er Jahren geschaffen.
Praktischer Tipp: Der Eintritt in den vorderen, neugotischen Teil der Kathedrale ist kostenlos. Für die Besichtigung des historischen Teils mit der Wenzelskappelle ist eine gültige Eintrittskarte für die Rundgänge der Prager Burg erforderlich.
Geheimer Tipp: Das beste Foto der gesamten Kathedrale machst du nicht vom Innenhof aus, sondern von der Seite, aus dem Garten Na Valech. Von dort kommt ihre Mächtigkeit und Länge ohne Menschenmassen im Bild besonders gut zur Geltung.

3. Karlsbrücke
Die Karlsbrücke ist die älteste noch erhaltene Brücke über die Moldau in Prag. Ihr Grundstein wurde von Karl IV. im Jahr 1357 gelegt. Die Brücke verbindet die Altstadt mit der Kleinseite und ist von dreißig Statuen und Figurengruppen von Heiligen gesäumt.
Wissenswertes: Wenn Sie das Relief an der Statue des heiligen Johannes von Nepomuk berühren, der der Legende nach von der Brücke in die Moldau geworfen wurde, soll sich Ihr geheimer Wunsch erfüllen und Ihre Rückkehr nach Prag gesichert sein.
Praktischer Tipp: Wenn Sie die Brücke fast ohne Menschenmassen erleben möchten, stehen Sie früh auf und besuchen Sie sie am frühen Morgen beim Sonnenaufgang.
Geheimtipp: Direkt bei der Brücke auf der Kleinseite steigen Sie die Treppen hinunter zur Kampa-Insel. So erhalten Sie einen einzigartigen Blick auf die Pfeiler und Bögen der Brücke auf Höhe des Wasserspiegels.

4. Altstädter Ring
Der Altstädter Ring ist das historische Zentrum Prags. Seit dem 11. Jahrhundert war er Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse. Der Platz ist von historischen Häusern verschiedener Architekturstile umgeben.
Wissenswertes: Im Pflaster des Platzes ist der Prager Meridian markiert, die Stelle, auf die der Schatten der Mariensäule genau um Mittag fiel. Nach diesem Meridian richtete sich in der Vergangenheit die Prager Zeit.
Praktischer Tipp: Für einen Panoramablick auf den gesamten Platz steigen Sie auf den Turm des Altstädter Rathauses, der auch mit einem Aufzug ausgestattet ist.
Geheimtipp: Schlendern Sie durch die Laubengänge der Häuser am Rand des Platzes. Sie bieten nicht nur Schatten im Sommer, sondern auch eine ganz andere, ruhigere Perspektive auf den Platz und seine Architektur.

5. Prager Orloj
Der Prager Orloj ist eine mittelalterliche astronomische Uhr, die an der Südwand des Altstädter Rathauses angebracht ist. Sie stammt aus dem frühen 15. Jahrhundert. Jede volle Stunde von 9:00 bis 23:00 Uhr findet eine kurze Vorstellung mit dem Umzug der zwölf Apostel statt.
Wissenswertes: Zu den beweglichen Figuren des Orloj gehört auch ein Skelett (der Tod), das durch Ziehen an einem Seil die Totenglocke läutet und durch Drehen einer Sanduhr das Abmessen der Lebenszeit symbolisiert.
Praktischer Tipp: Die Apostelvorstellung ist recht kurz, daher ist es ratsam, einige Minuten vor der vollen Stunde einen Platz mit guter Sicht einzunehmen.
Geheimtipp: Statt sich durch die Menge zu drängen, reservieren Sie einen Tisch auf der Dachterrasse des Hotels U Prince gegenüber dem Orloj. Sie sehen die Vorstellung aus der Vogelperspektive und in aller Ruhe.

6. Jüdische Stadt (Josefov)
Die Jüdische Stadt ist eines der am besten erhaltenen jüdischen Denkmalkomplexe in Europa. Obwohl der Großteil der ursprünglichen Bebauung saniert wurde, bilden sechs Synagogen, der Alte Jüdische Friedhof und das Jüdische Rathaus das Jüdische Museum in Prag.
Wissenswertes: Am Turm des Jüdischen Rathauses befinden sich zwei Uhren. Eine mit klassischen Zifferblättern und eine mit hebräischen Ziffern, deren Zeiger sich gegen den Uhrzeigersinn bewegen.
Praktischer Tipp: Alle Sehenswürdigkeiten des Jüdischen Museums (außer der Altneusynagoge) können mit einer gemeinsamen Eintrittskarte besucht werden. Planen Sie für die Besichtigung mindestens einen halben Tag ein.
Geheimtipp: Achten Sie auf das Tympanon (den Giebel) über dem Eingang der Altneusynagoge. Das Relief eines Weinstocks mit zwölf Trauben symbolisiert die zwölf Stämme Israels. Es ist ein Detail, das viele Menschen übersehen.

7. Vyšehrad
Vyšehrad liegt auf einem Felsen über dem rechten Ufer der Moldau und ist mit tschechischen Sagen verbunden. Das Gelände wird von der Kirche St. Peter und Paul sowie dem Friedhof Slavín dominiert.
Wissenswertes: In den unterirdischen Kasematten sind die Originale einiger Skulpturen der Karlsbrücke aufbewahrt, die durch Kopien ersetzt wurden.
Praktischer Tipp: Vyšehrad ist ein idealer Ort für einen entspannten Spaziergang abseits des Haupttouristentrubels. Machen Sie ein Picknick in den weitläufigen Parks.
Geheimtipp: Suchen Sie im Park nach den drei Steinsäulen, die als „Teufelssäule” bekannt sind. Der Legende nach ließ sie der Teufel fallen, der mit einem Priester gewettet hatte, eine Säule aus Rom zu bringen, bevor der Priester die Messe beendet.

8. Das Tanzende Haus
Das Tanzende Haus steht am Rašín-Ufer. Es wurde von den Architekten Vlado Milunić und Frank O. Gehry entworfen und 1996 fertiggestellt. Im Inneren befinden sich eine Galerie, Büros sowie ein Restaurant mit Bar und Aussichtsterrasse.
Wissenswertes: Architekt Frank O. Gehry nannte das Gebäude ursprünglich „Fred and Ginger”, distanzierte sich jedoch später von diesem Namen.
Praktischer Tipp: Sie müssen kein Gast des Restaurants sein, um auf die Aussichtsterrasse zu gelangen. Es genügt, an der Bar im obersten Stockwerk ein Getränk zu bestellen.
Geheimtipp: Die besten Fotos des Hauses machen Sie vom gegenüberliegenden Moldauufer (vom Smíchover Uferweg) oder von der Legionsbrücke. So erhalten Sie einen Gesamtblick auf das Gebäude im Kontext des Ufers.

9. Nationalmuseum
Das neurenaissance Gebäude des Nationalmuseums schließt den oberen Teil des Wenzelsplatzes ab. Es ist das größte Museum in der Tschechischen Republik. Nach einer umfangreichen Renovierung wurde es 2018 wiedereröffnet.
Wissenswertes: Die Fassade des Gebäudes trägt Spuren von Beschuss aus dem Jahr 1968, als Truppen des Warschauer Pakts es mit dem Gebäude von Radio Freies Europa verwechselten.
Praktischer Tipp: Tickets können online gekauft werden, um Warteschlangen zu vermeiden. Das Museum ist sehr weitläufig – planen Sie mindestens drei bis vier Stunden für Ihren Besuch ein.
Geheimtipp: Verpassen Sie nicht den Verbindungsgang zwischen dem historischen und dem neuen Gebäude. Diese multimediale Ausstellung führt Sie durch das 20. Jahrhundert und ist für sich allein ein architektonisches Erlebnis.

10. Gemeindehaus
Das Gemeindehaus am Náměstí Republiky (Platz der Republik) ist ein Jugendstilbauwerk. Es wurde in den Jahren 1905–1912 errichtet. Im Inneren befinden sich der Smetana-Saal, mehrere Restaurants, ein Café und Ausstellungsräume.
Wissenswertes: Genau vom Balkon des Gemeindehauses wurde am 28. Oktober 1918 die unabhängige Tschechoslowakische Republik ausgerufen.
Praktischer Tipp: Auch wenn Sie kein Konzert besuchen möchten, können Sie das Innere im Rahmen regelmäßiger Führungen besichtigen.
Geheimtipp: Besuchen Sie die American Bar im Untergeschoss. Sie ist eine der ältesten Bars in Prag, verfügt über ein gut erhaltenes Jugendstilinterieur und wird oft zu Unrecht übersehen.

11. Petschiner Aussichtsturm
Der Petschiner Aussichtsturm auf dem Hügel Petřín ist eine 63,5 Meter hohe Stahlkonstruktion. Er wurde im Jahr 1891 erbaut und ist vom Eiffelturm inspiriert. Er bietet einen Panoramablick auf Prag.
Wissenswertes: Der Aussichtsturm wurde auf Initiative des Klubs der tschechischen Touristen erbaut. Der Bau dauerte nur vier Monate.
Praktischer Tipp: Auf den Petřín können Sie mit der Standseilbahn fahren, die Teil des Prager ÖPNV-Systems ist.
Geheimtipp: Wenn Sie vom Aussichtsturm hinunterfahren, begeben Sie sich nicht sofort nach unten. Spazieren Sie durch den Rosengarten und den Blumengarten etwas unterhalb des Gipfels. Besonders im Frühling und Sommer ist es ein ruhiger und duftender Ort.

12. Kirche des Heiligen Nikolaus (Kleinseite)
Die Kirche des Heiligen Nikolaus am Kleinseitner Ring ist ein Barockbau, der im 18. Jahrhundert von den Architekten Dientzenhofer errichtet wurde. Sie gilt als Meisterwerk des böhmischen Barocks.
Wissenswertes: Während seines Aufenthalts in Prag im Jahr 1787 spielte Wolfgang Amadeus Mozart persönlich auf der Orgel in dieser Kirche.
Praktischer Tipp: Steigen Sie auf die Galerie des Glockenturms (der Eingang ist vom Kircheneingang getrennt), von wo aus Sie einen Blick aus der Vogelperspektive auf die Kleinseite und die Karlsbrücke haben.
Geheimtipp: Suchen Sie im Inneren der Kirche die Statue des Heiligen Nikolaus. Anders als bei anderen Darstellungen blickt der Heilige hier nicht streng, sondern hat einen milden und freundlichen Ausdruck. Es ist ein Detail, das das barocke Streben nach emotionalem Erleben widerspiegelt.

13. Teynkirche (Kirche Unserer Lieben Frau vor dem Teyn)
Die zwei Türme der Teynkirche sind das Wahrzeichen des Altstädter Rings. Der Bau ist spätgotisch mit Renaissance- und Barockelementen im Inneren.
Wissenswertes: Die beiden Türme der Kirche sind nicht völlig identisch. Der südliche Turm, „Adam”, ist etwas massiver als der nördliche Turm, „Eva”.
Praktischer Tipp: Der Eintritt in die Kirche ist kostenlos (mit empfohlenem Beitrag). Die Öffnungszeiten für Touristen sind aufgrund von Gottesdiensten eingeschränkt – informieren Sie sich vorab.
Geheimtipp: Gehen Sie durch die Teyngasse hinter die Kirche. Sie gelangen in den ruhigen Teynhof (Ungelt) und sehen die Rückseite der Kirche mit den Apsiden, die genauso beeindruckend ist wie die Fassade.

14. Loreto
Das Loreto ist ein barockes Ensemble am Hradschiner Platz und ein Wallfahrtsort. Sein Mittelpunkt ist eine Kopie des Heiligen Hauses, umgeben von Kreuzgängen und Kapellen. Zum Ensemble gehören der Loretoschratz und das berühmte Glockenspiel.
Wissenswertes: Die Diamanten an der Monstranz „Prager Sonne” sollen angeblich aus dem Hochzeitskleid der Gräfin Kolowrat stammen.
Praktischer Tipp: Kommen Sie kurz vor der vollen Stunde, um das berühmte Glockenspiel zu hören.
Geheimtipp: Suchen Sie im Kreuzgang die Kapelle der Heiligen Starost (Wilgefortis) – einer gekreuzigten bärtigen Heiligen. Ihre bizarre Legende und Darstellung ist eines der seltsamsten Elemente des Loretos.

15. Strahover Kloster
Das Strahover Kloster, gegründet im Jahr 1143, ist eines der ältesten Prämonstratenser-Klöster der Welt. Zu ihm gehören zwei historische Bibliotheken – der Theologische und der Philosophische Saal.
Wissenswertes: Im Korridor zwischen den Sälen befindet sich ein Kuriositätenkabinett, in dem verschiedene Naturschätze ausgestellt sind, darunter Überreste eines Dodo-Vogels.
Praktischer Tipp: Der Zutritt zu den Bibliothekssälen selbst ist nicht gestattet, aber Sie können durch die Türen einen Blick hineinwerfen.
Geheimtipp: Versäumen Sie nicht den Aussichtspunkt bei der Klosterbrauerei. Von dort bietet sich einer der schönsten Ausblicke auf Prag, und im Gegensatz zu anderen Aussichtspunkten ist er kostenlos – und Sie können dabei ein Bier genießen.

16. Wallenstein-Garten
Der Wallenstein-Garten ist ein frühbarocker Garten beim Wallenstein-Palais, dem Sitz des tschechischen Senats. Er wurde Anfang des 17. Jahrhunderts für Albrecht von Wallenstein angelegt.
Wissenswertes: Die künstliche Tropfsteinwand (Grotte) enthüllt bei näherer Betrachtung verborgene Gesichter von Teufeln, Tieren und verschiedenen Wesen.
Praktischer Tipp: Der Garten ist von April bis Oktober kostenlos für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Sommer finden hier häufig Konzerte statt.
Geheimtipp: Entdecken Sie im hinteren Teil des Gartens die große Voliere mit einem Uhu. Seine stille, majestätische Präsenz verleiht dem Ort eine besondere, fast mystische Atmosphäre.

17. Nationaltheater
Das Nationaltheater ist ein neurenaissance Gebäude am Ufer der Moldau und ein Symbol der tschechischen Nationalkultur. Sein Bau wurde durch eine gesamtnationale Sammlung unter dem Motto „Das Volk sich selbst” finanziert.
Wissenswertes: Das ursprüngliche Gebäude aus dem Jahr 1881 brannte kurz nach seiner Eröffnung nieder. Eine enorme Welle der Solidarität führte jedoch zu einer neuen Sammlung und zur Wiedereröffnung bereits im Jahr 1883.
Praktischer Tipp: Auch wenn Sie keine Vorstellung besuchen möchten, können Sie eine kommentierte Führung durch das Gebäude buchen.
Geheimtipp: Fahren Sie in das Café auf dem Dach der Neuen Szene (dem Glasgebäude daneben). Von dort haben Sie einen einzigartigen und nahen Blick auf das goldene Dach und die Trigen des historischen Gebäudes.

18. Wenzelsplatz
Der Wenzelsplatz ist das Handels- und Verwaltungszentrum Prags. Er war Schauplatz vieler wichtiger Ereignisse der modernen tschechischen Geschichte.
Wissenswertes: Auf dem Pflaster vor dem Nationalmuseum befindet sich ein unscheinbares Denkmal für Jan Palach und Jan Zajíc in Form eines gewellten Kreuzes.
Praktischer Tipp: Durchqueren Sie den Platz von unten nach oben, um den Blick auf die Statue des Heiligen Wenzel mit dem Nationalmuseum im Hintergrund in vollen Zügen zu genießen.
Geheimtipp: Verpassen Sie nicht die Lucerna-Passage. Hier finden Sie nicht nur Jugendstilarchitektur und ein Kino, sondern auch die berühmte Skulptur „Pferd” von David Černý – eine Parodie auf Myslbeks Statue.

19. Lennon-Mauer
Die Lennon-Mauer befindet sich auf dem Großprioratplatz in der Kleinseite. Seit den 1980er Jahren werden darauf Graffiti gemalt, die von John Lennon inspiriert sind. Sie ist ein Symbol der Redefreiheit.
Wissenswertes: John Lennon hat Prag nie besucht. Dennoch wurde sein Vermächtnis für eine Generation, die gegen die Diktatur kämpfte, zu einem starken Symbol.
Praktischer Tipp: Die Mauer verändert ständig ihr Aussehen, sodass sie bei jedem Besuch anders aussieht.
Geheimtipp: Direkt neben der Mauer befindet sich der Eingang zur Kirche Maria unter der Kette, die dem Orden der Malteserritter gehört (ebenso wie die Mauer). Treten Sie ein und erleben Sie absolute Stille im Kontrast zum Trubel an der Mauer.

20. Kampa
Kampa ist eine Insel in der Moldau, die durch den Kanal Čertovka von der Kleinseite getrennt wird. Aufgrund ihrer Bebauung und der Mühlräder wird sie als „Prager Venedig” bezeichnet.
Wissenswertes: Der Name Čertovka soll der Kanal einer zänkischen Frau verdanken, die im nahe gelegenen Haus „Zu den sieben Teufeln” lebte.
Praktischer Tipp: Besuchen Sie Kampa am frühen Abend. Die kleine Brücke über die Čertovka in der Nähe der Großprioratsmühle ist ein beliebter Ort zum Anbringen von „Liebesschlössern”.
Geheimtipp: Suchen Sie im Park auf Kampa nach den drei riesigen Skulpturen der „Babys” von David Černý. Man kann sogar auf sie klettern – sie sind ein beliebtes Fotomotiv.

21. Klementinum
Der Klementinum-Komplex ist nach der Prager Burg das zweitgrößte Bauensemble in Prag. Hier befindet sich die Nationalbibliothek. Es enthält einen barocken Bibliothekssaal und den Astronomischen Turm.
Wissenswertes: Im Klementinum wurden bereits seit 1775 regelmäßige meteorologische Messungen durchgeführt, was es zu einer der ältesten Wetterstationen der Welt macht.
Praktischer Tipp: Die Innenräume sind nur im Rahmen von Führungen zugänglich. Buchen Sie Ihre Eintrittskarten online.
Geheimtipp: Schauen Sie während der Führung im Meridiansaal auf den Boden. Dort sehen Sie einen dünnen Streifen, auf den um die Mittagszeit ein Sonnenstrahl durch ein kleines Loch in der Wand fällt. Auf diese Weise wurde über Jahrhunderte der Prager Mittag bestimmt.

22. Pulverturm
Der Pulverturm ist ein spätgotisches Bauwerk an der Grenze zwischen der Altstadt und der Neustadt. Er bildet den Eingang zum Königsweg. Im Inneren befinden sich eine Ausstellung und eine Aussichtsplattform.
Wissenswertes: Der Bau des Turms, den Vladislav Jagiello begann, wurde nie vollständig in der ursprünglich geplanten Form fertiggestellt.
Praktischer Tipp: Der Aufstieg zur Aussichtsplattform ist eine hervorragende Alternative zu den überfüllteren Türmen und bietet einen Blick auf das Dach des Gemeindehauses.
Geheimtipp: Der Turm ist durch eine überdachte Brücke mit dem Gemeindehaus verbunden. Dieses architektonische Detail symbolisiert die Verbindung des gotischen Prags mit der Jugendstil-Ära.

23. Nový Svět
Nový Svět ist ein Viertel mit engen Gassen und kleinen Häusern in der Nähe der Prager Burg. Heute ist es ein Ort mit Ateliers und Galerien.
Wissenswertes: In einem der Häuschen (U Zlatého noha) lebte der berühmte dänische Astronom Tycho Brahe.
Praktischer Tipp: Am besten lässt man sich hier ziellos treiben. Besuchen Sie ein kleines Café mit Außenbestuhlung und genießen Sie die ruhige Atmosphäre.
Geheimtipp: Entdecken Sie hier das einzige erhaltene Blockhaus im Zentrum Prags (Haus U Raka). Es dient heute als romantisches Hotel und ist ein absolutes Unikat im steinernen Stadtzentrum.

24. Schloss Troja
Schloss Troja ist ein Barockbau, der von italienischen Villen inspiriert wurde. Das Schloss ist von einem französischen Garten umgeben. Hier befindet sich die Galerie der Hauptstadt Prag.
Wissenswertes: Den Namen „Troja” erfand nicht Graf Sternberg, sondern seine Nachkommen, inspiriert durch die Skulpturenausstattung der Treppe, die an die Eroberung des sagenhaften Trojas erinnert.
Praktischer Tipp: Es empfiehlt sich, den Schlossbesuch mit einem Besuch des benachbarten Zoo oder Botanischen Gartens zu verbinden.
Geheimtipp: Achten Sie nicht nur auf die Fresken im Inneren, sondern auch auf den Garten. Entdecken Sie das Labyrinth aus geschnittenen Hainbuchen. Es ist ein unterhaltsames Element, das Besucher oft übersehen.

25. Nationales Technisches Museum
Das Nationale Technische Museum auf der Letná dokumentiert die Entwicklung technischer Fachgebiete. Der Hauptteil ist die Verkehrshalle mit historischen Flugzeugen, Automobilen und Lokomotiven.
Wissenswertes: Unter den Exponaten finden Sie das erste tschechoslowakische Automobil Präsident aus dem Jahr 1897 oder einen Spitfire-Jagdflieger.
Praktischer Tipp: Das Museum ist weitläufig, planen Sie mindestens 3–4 Stunden für den Besuch ein. Gleich nebenan befindet sich das Nationale Landwirtschaftsmuseum mit einem Dachgarten und Aussicht.
Geheimtipp: Verpassen Sie nicht die Bergbauausstellung im Untergeschoss. Sie durchqueren dort originalgetreue Nachbildungen von Kohle- und Erzbergwerken – für viele ein unerwartetes und fesselndes Erlebnis.

26. Žižkover Fernsehturm
Der Žižkover Fernsehturm ist das höchste Bauwerk in Prag (216 Meter). In einer Höhe von 93 Metern befindet sich ein Aussichtsplateau. An der Fassade sind Skulpturen von Babys des Künstlers David Černý angebracht.
Wissenswertes: Ursprünglich wurden die Babyskulpturen nur vorübergehend installiert, doch aufgrund ihres großen Erfolgs wurden sie zu einem dauerhaften Bestandteil des Turms.
Praktischer Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch ist bei Sonnenuntergang. Abends wird der Turm in den Nationalfarben beleuchtet.
Geheimtipp: In den hängenden „Kapseln” unterhalb der Hauptkabine des Aussichtsdecks befinden sich Relaxsessel. Setzen Sie sich hinein, starten Sie den Audioguide und beobachten Sie das Treiben der Stadt aus der Vogelperspektive.

27. Kloster der Heiligen Agnes von Böhmen
Das Kloster der Heiligen Agnes von Böhmen ist eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke in Prag. Es dient als Ausstellungsraum für die ständige Sammlung mittelalterlicher und frührenaissance Kunst der Nationalgalerie Prag.
Wissenswertes: Die Heilige Agnes von Böhmen wurde am 12. November 1989 heiliggesprochen, fünf Tage vor dem Ausbruch der Samtenen Revolution.
Praktischer Tipp: Der Eintritt zur ständigen Ausstellung der Nationalgalerie im Kloster ist kostenlos. In den Klostergärten befindet sich ein Skulpturenpark.
Geheimtipp: Besuchen Sie die Oratoriumskapelle der Heiligen Agnes. Es handelt sich um einen kleinen, privaten Gebetsraum der Prinzessin, der mit dem Presbyterium der Franziskuskirche verbunden ist. Es ist ein Ort mit einer starken spirituellen Atmosphäre.

28. Bethlehemskapelle
Die Bethlehemskapelle in der Altstadt wurde Ende des 14. Jahrhunderts für Predigten in tschechischer Sprache gegründet. Hier wirkte der Reformator Meister Jan Hus. Die heutige Gestalt ist eine Nachbildung aus den 1950er Jahren.
Wissenswertes: Die Kapelle fasste zu ihrer Zeit bis zu 3.000 Zuhörer, was sie zu einem der größten Versammlungsorte in Prag machte.
Praktischer Tipp: Im Untergeschoss befindet sich eine kleine Ausstellung zur Geschichte der Kapelle.
Geheimtipp: Betrachten Sie die Wände. Auf ihnen sind Texte und Gemälde nach originalen mittelalterlichen Kodizes abgebildet. So können Sie sehen, wie die Kapelle als „Lehrbuch” für Analphabeten diente.

29. Fausthaus
Das Fausthaus am Karlsplatz ist mit der Legende um Doktor Faust verbunden. In dem Haus lebten historische Persönlichkeiten, die sich mit Alchemie und Wissenschaft beschäftigten, wie zum Beispiel Edward Kelley.
Wissenswertes: Der Legende nach konnte das Loch in der Decke, durch das der Teufel Faust entführte, nie dauerhaft zugemauert werden.
Praktischer Tipp: Das Haus ist nicht öffentlich zugänglich. Sie können es von außen bei einem Spaziergang über den Karlsplatz besichtigen.
Geheimtipp: Direkt gegenüber dem Fausthaus, auf der anderen Straßenseite, befindet sich der Eingang zum Gelände der Kirche des Heiligen Johannes von Nepomuk auf dem Felsen. Von der Terrasse der Kirche hat man einen schönen Blick auf das Fausthaus und den gesamten Platz.

30. Nationaldenkmal auf dem Vítkov
Das Nationaldenkmal auf dem Vítkov ist ein funktionalistisches Bauwerk mit einer Reiterstatue von Jan Žižka. Im Inneren befindet sich eine Ausstellung zur neueren Geschichte sowie das Grab des Unbekannten Soldaten.
Wissenswertes: Zur Zeit des Kommunismus befand sich hier das Mausoleum von Klement Gottwald, dessen einbalsamierter Leichnam hier ausgestellt wurde.
Praktischer Tipp: Die Aussichtsterrasse auf dem Dach ist mit dem Aufzug erreichbar. Sie bietet einen einzigartigen Blick insbesondere auf Žižkov und Karlín.
Geheimtipp: Das Café im Denkmal verfügt über eine Terrasse mit direktem Blick unter den Schwanz des Pferdes. Es ist ein beliebter Ort für „Selfies” und bietet eine ungewöhnliche Perspektive auf die monumentale Skulptur.

31. Kirche Unserer Lieben Frau vom Siege (Prager Jesulein)
Die Kirche Unserer Lieben Frau vom Siege in der Kleinseite ist ein frühbarockes Bauwerk, bekannt durch die Wachsfigur des Prager Jesuleins.
Wissenswertes: Das Prager Jesulein wird regelmäßig in Gewänder gekleidet, deren Farbe der jeweiligen Liturgiezeit entspricht. Die Garderobe umfasst rund 300 Outfits.
Praktischer Tipp: Der Eintritt in die Kirche und das angrenzende Museum mit den Gewändern ist kostenlos. Seien Sie rücksichtsvoll gegenüber Gläubigen.
Geheimtipp: Besuchen Sie die unterirdische Krypta (der Zugang ist manchmal eingeschränkt). Hier sind einige Mitglieder des Ordens der Unbeschuhten Karmeliten begraben, und es ist ein Ort mit einer völlig anderen, kargen Atmosphäre.

32. Ständetheater
Das Ständetheater ist ein klassizistisches Gebäude am Obstmarkt. Im Jahr 1787 fand hier die Weltpremiere von Mozarts Oper Don Giovanni statt.
Wissenswertes: Die Inschrift über dem Eingang „Patriae et Musis” (Dem Vaterland und den Musen) spiegelt die aufklärerischen Ideale des Gründers, Graf Nostitz, wider.
Praktischer Tipp: Das Gebäude kann im Rahmen von organisierten Führungen besichtigt werden, die auch einen Blick hinter die Kulissen beinhalten.
Geheimtipp: Versuchen Sie, Karten für Loge Nr. 11 zu bekommen. Sie wird als „Mozarts Loge” bezeichnet, da der Komponist von diesen Plätzen aus angeblich Wiederaufführungen seiner Werke verfolgte.

33. Königin-Anna-Sommerpalais (Belvedere)
Das Königin-Anna-Sommerpalais befindet sich im Königlichen Garten der Prager Burg. Es gilt als Musterbeispiel reiner Renaissancearchitektur. Vor dem Palais steht der Singende Brunnen.
Wissenswertes: Königin Anna Jagiellonica, für die das Sommerpalais erbaut wurde, erlebte seine Fertigstellung nicht mehr.
Praktischer Tipp: Das Sommerpalais wird für kurzfristige Ausstellungen genutzt. Der Königliche Garten ist in der Sommersaison kostenlos geöffnet.
Geheimtipp: Stellen Sie sich dicht an den Singenden Brunnen und halten Sie Ihr Ohr an seine untere Bronzeschale. Sie werden die leisen, resonierenden Klänge des auftreffenden Wassers hören, die dem Brunnen seinen Namen gaben.

34. Pinkas-Synagoge
Die Pinkas-Synagoge ist ein Gedenkort für fast 80.000 böhmische und mährische Juden, die Opfer des Holocaust wurden. Ihre Namen sind handschriftlich auf die Wände geschrieben.
Wissenswertes: Die Inschriften wurden zur Zeit des Kommunismus übertüncht, nach 1989 jedoch im Rahmen einer Renovierung wiederhergestellt.
Praktischer Tipp: Die Besichtigung ist Teil der Hauptroute des Jüdischen Museums. Es ist ein emotional bewegendes Erlebnis.
Geheimtipp: Betrachten Sie im ersten Obergeschoss sorgfältig die Ausstellung mit Kinderzeichnungen aus Theresienstadt. Sie sind ein eindringliches Zeugnis – achten Sie dabei auch auf die Details, denn oft sind es die einzigen erhaltenen „Porträts” der Kinder, deren Namen Sie eine Etage tiefer an den Wänden lesen.

35. Kirche des Heiligsten Herzens Jesu in Vinohrady
Diese Kirche am Jiřího z Poděbrad-Platz ist ein Sakralbau des 20. Jahrhunderts vom Architekten Jože Plečnik. Der Hauptturm wird von der größten Uhr Tschechiens dominiert.
Wissenswertes: Der breite Turm der Kirche soll an königliches Hermelin erinnern, das die Würde Christi des Königs symbolisiert.
Praktischer Tipp: Die Kirche ist eine aktive Pfarrkirche. Die U-Bahn-Station A „Jiřího z Poděbrad” befindet sich direkt davor.
Geheimtipp: Gehen Sie über die Rampe im Inneren der Kirche auf die Empore. Von dort aus sehen Sie das gesamte monumentale Innere aus einer einzigartigen Perspektive und können die Orgel besichtigen.

36. Emauserkloster (Kloster Na Slovanech)
Das Emauserkloster wurde von Karl IV. im Jahr 1347 für slawische Benediktinermönche gegründet. Der besondere Wert des Klosters liegt in einem Zyklus gotischer Wandmalereien aus dem 14. Jahrhundert.
Wissenswertes: Die modernen Betontürme aus den 1960er Jahren ersetzten die ursprünglichen barocken Türme, die beim Bombenangriff 1945 zerstört wurden. Ihre Form soll zum Gebet gefaltete Hände symbolisieren.
Praktischer Tipp: Das Kloster bietet geführte Touren an, die den gotischen Kreuzgang und die Kaiserkapelle umfassen.
Geheimtipp: Suchen Sie im Kreuzgang nach den Gemälden, in denen einzelne Szenen aus der Bibel in parallelen Szenen aus dem Alten und Neuen Testament dargestellt sind. Es ist ein einzigartiger mittelalterlicher „Comic” voller Symbolik.

37. Messepalast (Nationalgalerie Prag)
Dieses monumentale funktionalistische Gebäude in Holešovice ist der Hauptsitz der Sammlungen moderner und zeitgenössischer Kunst der Nationalgalerie. Auf mehreren Etagen finden Sie hier einen unglaublich reichen Querschnitt durch die Kunst des 19., 20. und 21. Jahrhunderts. Besonders bedeutend ist die atemberaubende Sammlung französischer Kunst mit Werken von Monet, Picasso, Renoir und Van Gogh sowie die umfassendste Sammlung der tschechischen Moderne und Avantgarde.
Wissenswertes: Im Jahr 1974 brach in dem Gebäude ein gewaltiger Brand aus, der es fast vollständig zerstörte. Der anschließende aufwändige Wiederaufbau dauerte fast zwanzig Jahre und verlieh ihm sein heutiges Aussehen und seinen heutigen Zweck.
Praktischer Tipp: Der Palast ist riesig – planen Sie für eine gründliche Besichtigung mindestens 3–4 Stunden ein. Kaufen Sie Tickets online, das spart Zeit.
Geheimtipp: Die meisten Besucher konzentrieren sich nur auf die Gemälde. Bleiben Sie jedoch in der Mitte des riesigen zentralen Innenhofs stehen und schauen Sie nach oben. Nehmen Sie den monumentalen Raum, das Licht und die klaren Linien der funktionalistischen Architektur wahr.

38. Jerusalemer Synagoge (Jubiläumssynagoge)
Die farbenprächtigste Prager Synagoge steht unweit des Hauptbahnhofs. Ihr einzigartiger Stil verbindet Jugendstil und maurische Elemente, was sie völlig von den älteren Synagogen unterscheidet. Ihre bunte Fassade und ihr reich verziertes Inneres sind unübersehbar.
Wissenswertes: Offiziell heißt sie Jubiläumssynagoge; den Namen Jerusalemer Synagoge erhielt sie nach der Straße, in der sie steht.
Praktischer Tipp: Hier sind in der Regel weniger Menschen. Überprüfen Sie vor Ihrem Besuch die Öffnungszeiten, die aufgrund religiöser Zeremonien eingeschränkt sein können.
Geheimtipp: Die meisten Menschen fotografieren nur das Äußere. Das ist ein Fehler! Der wahre Schatz verbirgt sich im Inneren. Das Interieur ist eine Explosion aus Farben, Gold und detaillierten Ornamenten, die Ihnen den Atem verschlagen werden.

39. Náplavka (Rašínovo nábřeží)
Die Náplavka ist kein Denkmal, sondern eine lebendige Ader der Stadt. Dieser Abschnitt des Flussufers zwischen der Palacký-Brücke und der Eisenbahnbrücke hat sich zu einem beliebten gesellschaftlichen Zentrum mit Bauernmärkten, Bars in Mauergewölben und unübertroffenen Ausblicken auf die Prager Burg verwandelt.
Wissenswertes: Die Räume in der Mauer, sogenannte „Kobky” (Keller), dienten im 19. Jahrhundert als Eislager. Ihre heutige Umwandlung in stilvolle Bars ist ein hervorragendes Beispiel moderner Revitalisierung.
Praktischer Tipp: Die beste Atmosphäre erlebt man samstags am Vormittag (Märkte) oder an jedem warmen Abend von Mai bis September.
Geheimtipp: Statt auf der Mauer zu sitzen, wechseln Sie auf eines der Schiffe, die hier dauerhaft ankern und als Restaurant oder Bar betrieben werden. Sie haben denselben Ausblick, aber in weitaus größerem Komfort.

40. Franz-Kafka-Museum
Im Gelände der Herget’schen Ziegelei in der Kleinseite befindet sich dieses originelle Museum. Die Ausstellung führt Sie nicht nur durch das Leben und Werk des berühmten Schriftstellers, sondern zieht Sie mithilfe von Licht, Klang und 3D-Installationen direkt in seine absurde Welt voller Angst hinein.
Wissenswertes: Im Innenhof steht die berühmte Skulptur „Pinkelnde Figuren” von David Černý, die in ein Becken in Form der Tschechischen Republik urinieren.
Praktischer Tipp: Die Ausstellung ist absichtlich verwirrend und düster. Gehen Sie mit offenem Geist dorthin. In der Hauptsaison sollten Sie Tickets online kaufen.
Geheimtipp: Verpassen Sie nicht den Museumsshop. Er ist einer der besten Designläden in Prag, wo Sie nicht nur Kafka-Souvenirs, sondern auch weitere originelle Geschenke finden.

41. Historisches Gebäude des Hauptbahnhofs (Fanta-Gebäude)
Der wahre Schatz des Hauptbahnhofs verbirgt sich oberhalb der modernen unterirdischen Halle. Das Jugendstilgebäude des Architekten Josef Fanta ist ein Meisterwerk. Sein Herz bildet eine wunderschöne historische Abfahrtshalle unter einer riesigen Kuppel, an der täglich Tausende von Reisenden vorbeieilen.
Wissenswertes: Der Bahnhof trug früher den Namen des amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson, der eine wichtige Rolle bei der Gründung der Tschechoslowakei spielte.
Praktischer Tipp: Fahren Sie von der modernen Halle mit den Rolltreppen nach oben und schlendern Sie durch die ursprüngliche Halle bis zum Fanta-Café. Es ist eine Reise durch die Zeit.
Geheimtipp: Besuchen Sie das renovierte Fanta-Café. Hier können Sie in einem absolut einzigartigen Ambiente einen Kaffee trinken und in aller Ruhe alle Jugendstildetails bewundern.

42. Letná-Metronom
Am Rand des Letná-Parks, an einem der schönsten Aussichtspunkte über Prag, steht ein riesiges, funktionierendes Metronom. Es ist ein Symbol, das die neue Zeit abmisst, und steht auf einem Sockel, auf dem früher das größte Stalin-Denkmal der Welt thronte.
Wissenswertes: Das riesige Stalin-Denkmal, im Volksmund „Schlange vor dem Fleischerladen” genannt, musste mithilfe mehrerer kontrollierter Sprengungen zerstört werden.
Praktischer Tipp: Der Ort ist frei zugänglich und ideal zum Beobachten des Sonnenuntergangs. Gleich nebenan befindet sich ein großer Biergarten.
Geheimtipp: Schauen Sie sich das steinerne Geländer rund um den Sockel genau an. Es ist durch die massive Explosion, die das Stalin-Denkmal zerstörte, vollständig gewellt und gerissen.

43. Rudolfinum
Dieses majestätische neurenaissance Gebäude am Ufer der Moldau ist die Heimatbühne der Tschechischen Philharmonie, eines der besten Orchester der Welt. Im Inneren befindet sich der berühmte Dvořák-Saal sowie die Galerie Rudolfinum mit Ausstellungen zeitgenössischer Kunst.
Wissenswertes: Während der Besatzung wollten die Nazis die Statue des jüdischen Komponisten Mendelssohn entfernen, doch die Arbeiter hätten dabei fast versehentlich die Statue von Hitlers Liebling Wagner abgenommen.
Praktischer Tipp: Sie müssen kein Konzert besuchen. Schauen Sie im stilvollen Café im Erdgeschoss vorbei oder werfen Sie einen Blick auf das Programm der Galerie, die häufig freien Eintritt hat.
Geheimtipp: Beobachten Sie die Website der Tschechischen Philharmonie – gelegentlich werden öffentliche Generalproben veranstaltet. So können Sie Weltkünstler für einen Bruchteil des Preises erleben.

44. Vrtba-Garten
Dieser versteckte und intime Barockgarten ist ein auf der UNESCO-Liste eingetragenes Juwel. Er ist kunstvoll am Hang des Petřín angelegt und steigt in mehreren Terrassen empor, wobei jede einen noch vollkommeneren Blick auf die Kleinseite und die Prager Burg bietet.
Wissenswertes: Der Garten wurde so gestaltet, dass jede weitere Terrasse eine neue, noch schönere Perspektive auf die Stadt enthüllt.
Praktischer Tipp: Der Eingang ist unscheinbar, von der Karmelitská-Straße aus. Der Garten ist nur in der Sommersaison geöffnet und es wird Eintritt erhoben.
Geheimtipp: Steigen Sie bis ganz oben im Garten zum kleinen Pavillon auf. Von dort haben Sie nicht nur den besten und völlig ungestörten Panoramablick, sondern sind auch fast allein.

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Wo man in Prag übernachten kann:
- Neustadt (Wenzelsplatz, Karlsplatz, I. P. Pavlova): Die praktischste Wahl. Sie befinden sich im Zentrum, können überall zu Fuß gehen oder sind an den wichtigsten U-Bahn- und Straßenbahnknotenpunkten. Ideal, wenn Sie mit dem Zug am Hauptbahnhof ankommen. Perfekt für Theaterbesuche, Einkaufen und Nachtleben. Wunderschöne Unterkunft bietet das Hotel CUBE Prague.
- Vinohrady / Žižkov: Für alle, die Prag wie Einheimische erleben möchten. Diese Viertel sind voller großartiger Restaurants, Cafés und Bars zu normalen Preisen. Es ist ruhig, aber gleichzeitig nur wenige Straßenbahn- oder U-Bahn-Stationen vom Zentrum entfernt. Probieren Sie dieses stilvolle Apartment in Žižkov.
- Smíchov (Anděl): Eine ausgezeichnete Wahl, wenn Sie mit dem Bus (Na Knížecí) oder dem Auto anreisen. Es ist ein modernes Zentrum mit einem riesigen Einkaufszentrum, Kino und hervorragender Anbindung ins Stadtzentrum. Die Hotelpreise sind hier oft günstiger. Mit einem tollen Frühstück zu einem super Preis übernachten Sie im Vienna House.
- Karlín: Früher vernachlässigt, heute eines der angesagtesten Viertel. Es ist ein Paradies für Liebhaber guten Essens und moderner Architektur. Sie wohnen in einem ruhigeren Teil der Stadt, sind aber mit der U-Bahn in 5 Minuten am Můstek. Hervorragende Bewertungen haben die Apartments Residence 44.
- Altstadt / Kleinseite: Für besondere Anlässe. Wenn Sie zum Jahrestag nach Prag fahren oder sich Romantik gönnen möchten, ist das Wohnen im historischen Herzen ein Erlebnis. Rechnen Sie jedoch mit den höchsten Preisen und Touristenmassen. Zu einem tollen Preis inklusive Frühstück werden Sie im Hotel Leon D’Oro untergebracht.
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