Polarlichter beobachten: 10 Tipps – wann und wohin (2026)

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Polarlichter gehören zu den schönsten Naturphänomenen, die man erleben kann. Außerdem sind sie eines der wenigen Dinge, die selbst auf dem besten Foto nicht schöner aussehen als in Wirklichkeit. Den Tanz der Polarlichter direkt über euren Köpfen zu sehen – damit kann kaum etwas mithalten. Es ist ein magisches Lichtspiel, das sich wie ein leuchtender Vorhang im Wind über den Himmel bewegt. Manchmal sind die Polarlichter wild und ziehen in alle Richtungen, ein anderes Mal sind sie schwächer und ganz ruhig. Jedes Mal ist es aber ein einzigartiges Erlebnis! Ihr werdet nie zweimal genau dasselbe sehen.

In diesem Artikel erfahrt ihr alles, was ihr für die Beobachtung von Polarlichtern wissen müsst. Ich selbst habe ein halbes Jahr am Polarkreis in Finnland und 3 Monate in Alaska verbracht und kann euch daher viele praktische Erfahrungen weitergeben. Die Polarlichter (auch Aurora Borealis genannt) sind zu meiner Leidenschaft geworden.

1) Wohin reisen, um Polarlichter zu sehen?

Von Europa aus geht es zur Polarlicht-Beobachtung meistens in den Norden nach Skandinavien oder nach Island. Statistisch gesehen habt ihr aber die größte Chance, Polarlichter in Alaska, in Fairbanks, zu sehen (wenn ihr mindestens 3 Tage dort bleibt, solltet ihr die Aurora sehen können). Der Grund dafür ist, dass der magnetische Nordpol im Vergleich zum geografischen Nordpol in Richtung Kanada und USA verschoben ist. In Europa müsst ihr also etwas weiter nach Norden reisen, um die gleiche Wahrscheinlichkeit zu haben, Polarlichter zu sehen. Die besten Reiseziele zur Beobachtung der Polarlichter in Europa sind das norwegische Tromso und der nördliche Teil Islands.

Südliche Polarlichter

Bei den südlichen Polarlichtern ist es noch komplizierter. Damit man sie auch von anderen Orten als der Antarktis aus sehen kann, muss mindestens ein kleiner geomagnetischer Sturm auftreten. In diesem Fall sind sie über dem südlichen Horizont vom Süden Neuseelands und von Tasmanien aus sichtbar.

1) Wohin reisen, um Polarlichter zu sehen?
Das norwegische Tromso ist einer der besten Orte zur Beobachtung der Polarlichter in Europa.

2) Wann ist die beste Zeit für die Polarlicht-Jagd?

Die Aurora können wir während des arktischen Sommers nicht beobachten, wenn die Sonne jenseits des Polarkreises nicht untergeht. Die Saison zur Beobachtung der Polarlichter beginnt Ende August und endet Ende April. Die Herbstmonate sowie das Ende des Winters/der Beginn des Frühlings sind die beste Zeit. Da ihr aber auch die Bewölkung berücksichtigen müsst, ist die absolut beste Zeit zur Beobachtung der Polarlichter in Skandinavien der Neumond im März.

3) Reist für längere Zeit in den Norden

Hier gilt eine einfache Regel: Je länger ihr im Norden bleibt, desto größer ist eure Chance, Polarlichter zu sehen! Es ist sinnvoll, eure Reise auch mit anderen Zielen zu planen – nicht nur wegen der Polarlichter. Die nordischen Länder haben definitiv viel zu bieten.

3) Reist für längere Zeit in den Norden
Tagsüber geht es auf die Langlaufloipe und nachts lasst ihr euch vom Tanz der Polarlichter verzaubern.

4) Die beste Uhrzeit, um Polarlichter zu sehen

Die beste Zeit zur Beobachtung ist ungefähr von 22:00 bis 1:30 Uhr nachts, wenn die Lichter am hellsten sind. Generell könnt ihr zwischen 21:00 und 3:00 Uhr morgens eine fantastische Show erleben; später in der Nacht wirkt das Polarlicht oft etwas diffuser. Bei hoher Aktivität könnt ihr es auch schon früher sehen.

Weitere Faktoren, die die Sichtbarkeit beeinflussen können

  • Bewölkung – Wolken sind wohl der größte Feind aller Polarlicht-Jäger. Wenn es sich nur um lokale Bewölkung handelt, ist ein Auto ideal, damit ihr euch mithilfe des Radars an einen wolkenfreien Ort begeben könnt.
  • Mond – Vollmond ist kein Hindernis für die Beobachtung von Polarlichtern, allerdings ist die Aurora durch das Mondlicht nicht so hell, wie ihr sie bei Neumond sehen könntet.
  • 11-jähriger Sonnenzyklus – Polarlichter werden von der Sonnenaktivität und der Anzahl der Sonnenflecken beeinflusst. Die Sonnenaktivität erreicht etwa alle 11 Jahre ihren Höhepunkt, was vor allem die Sichtbarkeit und Aktivität der Polarlichter in weiter entfernten Regionen beeinflusst (die Chance, die Aurora in südlicheren Gebieten zu sehen, ist während des Maximums des Sonnenzyklus am höchsten). Das letzte solare Maximum war 2014, das nächste wird 2025 erwartet.

5) Wie und wo verfolgt man die Polarlicht-Vorhersage?

Die Grundlage für den Erfolg ist das konsequente Verfolgen der Vorhersage für Polarlichter. Die beste Vorhersage bietet das Geophysikalische Institut in Alaska. Es gibt auch viele praktische Apps fürs Smartphone, die euch bei erhöhter Aktivität Benachrichtigungen schicken. Von den Apps können wir My Aurora Forecast wärmstens empfehlen. Sie hat alle wichtigen Funktionen – Benachrichtigungen, Radar und auch den Kp-Index.

Kp-Index

Ein wichtiger Wert für die Polarlicht-Vorhersage der nächsten Tage ist der sogenannte Kp-Index. Dabei handelt es sich um einen Index der globalen geomagnetischen Aktivität. Er reicht von 0 bis 9 und zeigt an, wie starke Aurora-Aktivität in den kommenden Tagen zu erwarten ist (0 – keine Aktivität, 9 – extrem starker geomagnetischer Sturm).

Aufmerksam werden solltet ihr, wenn die Vorhersage mindestens Kp 4 anzeigt. Das bedeutet, dass die Aurora aktiv sein sollte. Achtet auch am Tag vor und nach dieser Vorhersage darauf. Natürlich lohnt es sich, jeden Abend die aktuelle Kurzfristprognose und das Radar zu prüfen. Wenn die Vorhersage bei 5 oder höher liegt, ist eine perfekte Show praktisch sicher (wenn ihr euch in der Nähe des Polarkreises befindet).

Auf diesem Bild seht ihr zur Übersicht die Zonen, die zeigen, bis wohin die mögliche Sichtbarkeit der Polarlichter bei den einzelnen Kp-Werten reicht. 

5) Wie und wo verfolgt man die Polarlicht-Vorhersage?
Auf diesem Bild seht ihr zur Übersicht die Zonen, die zeigen, bis wohin die mögliche Sichtbarkeit der Polarlichter bei den einzelnen Kp-Werten reicht. Quelle: Aurora Service.

Aurora Forecast Radar

Am wichtigsten sind die Kurzfristprognose und eine Art Radar (Ovation Map), das die Polarlicht-Aktivität verfolgt. Auf der Website Space weather prediction findet ihr die Aufnahmen ganz rechts unter: Aurora Forecast. Ihr könnt euch dort auch die Entwicklung des letzten Tages ansehen.

Wenn eure Region grün markiert ist, habt ihr eine Chance, die Aurora zu sehen. Je mehr die Farbe ins Gelbe geht, desto größer ist eure Chance. Wenn es dort rot ist, spielt die Aurora verrückt – und euch ist eine Show für die ganze Nacht sicher!

Damit euch diese fantastische Show nicht entgeht, empfehlen wir, dieses Radar jeden Abend zu kontrollieren (am besten ist es, die erwähnte App herunterzuladen, in der alles enthalten ist).

6) Entfernt euch von Lichtverschmutzung

Damit ihr die Beobachtung noch mehr genießen könnt, solltet ihr versuchen, aus der Stadt hinaus und weg von der Lichtverschmutzung zu fahren. Besonders wenn das Polarlicht gerade schwach ist, kann das deutlich helfen. Wenn die Aurora stark ist, sieht man sie auch direkt aus der Stadt.

7) Sucht das Polarlicht in Richtung Norden*

Es mag selbstverständlich klingen, aber in den meisten Fällen, wenn das Polarlicht schwächer ist oder langsam erscheint, taucht es zuerst über dem nördlichen Horizont auf. Idealerweise sollten euch beim Blick nach Norden keine Hügel oder Berge die Sicht versperren. Je weiter südlich des Polarkreises ihr euch befindet, desto stärker gilt diese Regel.

* Auf der Südhalbkugel ist es natürlich genau umgekehrt.

7) Sucht das Polarlicht in Richtung Norden*
Aurora Borealis kann zunächst wie eine unscheinbare “Wolke” wirken, die später zu leuchten beginnt.

8) Gebt nicht gleich auf

Der grundlegende Fehler, den die meisten Beobachter machen, ist Ungeduld. Sie schauen in den Himmel, sehen nichts und gehen wieder. Bei Polarlichtern müsst ihr aber Geduld haben. Nächte, in denen sie ununterbrochen über den Himmel tanzen, gibt es nicht viele. Viel wahrscheinlicher ist, dass ihr am Horizont zum Beispiel nur einen schwachen grünen Streifen seht. In so einem Fall ist es ideal, sich ans Feuer zu setzen oder einfach die Sterne zu beobachten. Denn nach kurzer Zeit kann euch eine fantastische Lichtshow erwarten. Wie lange sie dauert? Das ist die Frage. Wann die nächste Vorstellung kommt? Das weiß man nie – deshalb sollte man die „Jagd“ nach dem Polarlicht nicht zu früh aufgeben.

9) Bereitet euch auf die Kälte vor

Je nach Jahreszeit und Ort erwartet euch mehr oder weniger Kälte. Die sollte man auf keinen Fall unterschätzen, denn Frieren ist das Letzte, was ihr beim Beobachten dieser perfekten Show am Himmel gebrauchen könnt (ich weiß, wovon ich spreche: 6 Stunden bei -20 °C zu verbringen, ist verdammt unangenehm – aber das Polarlicht ist so unglaublich, dass man einfach nicht nach drinnen gehen kann!)

Kleidung ist die Grundlage, am besten in mehreren Schichten. Besonders empfehlen können wir Merino und Daunen. Ganz ideal ist es, wenn ihr ein Feuer machen könnt, an dem ihr euch aufwärmen könnt. In Skandinavien findet man häufig öffentliche Feuerstellen, die halb durch einen Unterstand geschützt sind. Welche Ausrüstung ist hilfreich?

  • Thermoskanne mit Tee
  • Wärmepads (die Art, bei der man etwas knickt und sie dann warm werden)
  • Warme, hohe Socken
  • Mütze
  • Handschuhe
  • Hochwertige Kleidung in mehreren Schichten
  • Gegebenenfalls hat sich bei uns auch ein warmer Schlafsack bewährt, in den man sich einwickeln kann.

Mit dieser Ausrüstung seid ihr bereit, die Polarlichter sogar die ganze Nacht zu beobachten!

9) Bereitet euch auf die Kälte vor
Unterschätzt eure Ausrüstung auf keinen Fall. Wegen der Kälte nach drinnen flüchten zu müssen, ist das Letzte, was ihr tun wollt.

10) Wie fotografiert man Polarlichter?

Das Geheimnis des Erfolgs ist ein Stativ – und zwar auch dann, wenn ihr mit dem Handy fotografieren möchtet. Heutzutage gibt es nämlich bereits Apps, die euch auch auf dem Smartphone beim Fotografieren von Polarlichtern helfen (die Handyfotos werden nicht perfekt, aber als Erinnerung können sie reichen). Apps, die euch beim Fotografieren helfen, sind zum Beispiel diese: iOS, Android. Wirklich hochwertige Fotos bekommt ihr aber nur mit einer guten Kamera.

7 Schritte: So stellt ihr die Kamera für Polarlicht-Fotos ein

  1. Stativ – das Stativ ist das Wichtigste. Ohne Stativ werdet ihr kein schönes Foto vom Polarlicht machen.
  2. Manuelle Einstellungen – für Nachtaufnahmen brauchen wir den vollständigen manuellen Modus. Wichtig ist, Stabilisierung und Blitz auszuschalten.
  3. Manueller Fokus – ihr müsst auf unendlich oder auf den möglichst weit entfernten Horizont scharfstellen. Am besten geht das über den „Live View“-Bildschirm: Zoomt stark auf einen Stern heran und stellt darauf scharf.
  4. ISO – je nach Intensität des Polarlichts / Mondlichts müsst ihr die ISO-Empfindlichkeit einstellen. Ideal ist ein Wert zwischen 800 und 3200. Für den Anfang startet mit 1600 und passt den Wert nach Bedarf an (schwächeres Polarlicht und weniger Licht brauchen eine höhere ISO; ist es dagegen stark, reicht eine niedrigere ISO).
  5. Blende – stellt die Blende auf den niedrigsten möglichen Wert ein (die Blende ist der F-Wert).
  6. Belichtungszeit – mit der Belichtungszeit könnt ihr experimentieren; bei uns hat sich am besten etwas zwischen 4 und 10 Sekunden bewährt. Bei starkem Polarlicht können auch 1–2 Sekunden reichen. Bei weniger beweglichen Polarlichtern könnt ihr auch 20–30 Sekunden versuchen.
  7. Fernauslöser – falls ihr keinen Fernauslöser habt, nutzt den Selbstauslöser mit 2 Sekunden Verzögerung
  8. Zeitraffer (Timelapse) – sobald ihr mit den Einstellungen zufrieden seid, schaltet die Serienaufnahme ein, mit der ihr einen wunderschönen Zeitraffer erstellen könnt. Währenddessen könnt ihr die farbenfrohe Show in vollen Zügen genießen!

Wofür ist eine Kamera noch gut?

Wenn das Polarlicht schwach ist und gerade erst aufzieht, kann es wie eine Wolke wirken. Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr am Himmel ein sehr schwaches Polarlicht seht oder ob es nur eine gewöhnliche Wolke ist, könnt ihr euch mit der Kamera helfen. Die Kamera ist deutlich lichtempfindlicher – und wenn es wirklich ein Polarlicht ist, wird eure „Wolke“ auf dem Foto grün sein.

10) Wie
fotografiert man Polarlichter?
Polarlichter sind einfach magisch!

Was sind Polarlichter eigentlich und wodurch entstehen sie?

Polarlichter sind ein Lichtphänomen, das sich in großen Höhen der Atmosphäre abspielt (meist in der Ionosphäre, ca. in 100 km Höhe). Wir können sie rund um die magnetischen Pole der Erde beobachten. Verursacht werden sie durch den Sonnenwind – einen Teilchenstrom, der von der Sonne ausgeht und Elektronen, Protonen und Alpha- Teilchen enthält. (Das Magnetfeld unserer Erde lenkt die meisten Teilchen des Sonnenwinds zurück ins Weltall.) Die Teilchen, die vom Magnetfeld eingefangen werden, reagieren anschließend mit Molekülen und Atomen der Gase in der Atmosphäre – und dadurch entsteht das Polarlicht.

Der Name Aurora Borealis

Das nördliche Polarlicht heißt Aurora Borealis. Aurora stammt vom Namen der römischen Göttin der Morgenröte, Borealis vom griechischen Namen des Nordwinds – Boreas. Das südliche Polarlicht heißt Aurora Australis.

Welche Farben können Polarlichter haben?

Welche Farbe die Aurora hat, hängt von Zusammensetzung und Dichte der Atmosphäre sowie von der Höhe ab, in der die Reaktion stattfindet. Die häufigste Farbe von Polarlichtern ist Grün. Grün und gelbgrün werden durch Sauerstoff in einer Höhe von etwa 100 km verursacht. In einer Höhe von etwa 320 km entsteht durch die Reaktion von Sauerstoff und Sonnenwind ein rotes Polarlicht. Stickstoff verursacht blaue, rosa und rot-rosa Farben.

Lest auch: Lofoten: 27 fantastische Orte + Route und Karte für einen Roadtrip ab Tromsø

Was sind Polarlichter eigentlich und wodurch entstehen sie?
Am häufigsten seht ihr Polarlichter in Grün. Wenn ihr Glück habt, erlebt ihr auch weitere Farben.

Schaut euch den fantastischen Tanz der Polarlichter an:

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Was sind Polarlichter eigentlich und wodurch entstehen sie?

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Polarlicht

Was verursacht das Polarlicht?

Das Polarlicht wird durch den Sonnenwind verursacht – einen Teilchenstrom, der von der Sonne ausgeht und Elektronen, Protonen und Alphateilchen enthält. Die Teilchen, die vom Magnetfeld der Erde eingefangen werden, reagieren mit Molekülen und Gasatomen in der Atmosphäre – dabei entsteht das Polarlicht. Hier findet ihr více mehr über das Polarlicht und seine Farben.

Wohin reisen, um Polarlichter zu sehen?

Die besten Reiseziele zum Beobachten von Polarlichtern in Europa sind das norwegische Tromso und der Norden Islands. Außerhalb Europas ist es Alaska, besonders die Umgebung von Fairbanks. Hier lest ihr mehr o über die besten Reiseziele.

Wie fotografiert man Polarlichter?

Die Grundlage sind ein Stativ, ein Fernauslöser und eine lange Belichtungszeit. Die Blende (F) sollte so niedrig wie möglich sein. ISO je nach Intensität des Polarlichts und Qualität eurer Kamera, ungefähr zwischen 800 und 3200. Belichtungszeit 4-10 s, je nach Intensität kann sie weiter verkürzt oder verlängert werden. Lest unsere ausführlichere Anleitung, wie man Polarlichter fotografiert.

Wo kann man die Polarlicht-Vorhersage verfolgen?

Vynikající Vorhersage bietet das Geophysikalische Institut in Alaska. Ihr könnt außerdem verschiedene mobile Apps herunterladen, die euch bei erhöhter geomagnetischer Aktivität automatisch benachrichtigen (z. B. My Aurora Forecast).

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