Krakau, die ehemalige Hauptstadt Polens, ist ein Ort, an dem sich Geschichte und Legenden auf Schritt und Tritt begegnen. Die Stadt ist ein lebendiges Museum und ein pulsierendes Kulturzentrum, das als eine der wenigen Städte in Polen der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg entging. Ihr historischer Stadtkern, der zum UNESCO-Welterbe gehört, ist eine beeindruckende Schau gotischer, Renaissance- und barocker Architektur.
Von der majestätischen Wawel-Burg über den größten mittelalterlichen Marktplatz Europas bis hin zur bewegten Geschichte des jüdischen Viertels Kazimierz: In diesem Guide zeigen wir euch die schönsten Sehenswürdigkeiten und Orte, die ihr in Krakau sehen solltet!
Was man in Krakau sehen sollte – Karte
Krakau: Das Herz der Altstadt (Stare Miasto)
1. Hauptmarkt (Rynek Główny)
Der größte mittelalterliche Marktplatz Europas und das absolute Herz von Krakau. Er ist ein lebendiges Zentrum des Stadtlebens, umgeben von farbenfrohen Bürgerhäusern, Kirchen und Palästen. Dominiert wird er von den historischen Tuchhallen Sukiennice, dem Rathausturm und der Marienkirche. Der Platz ist voller Cafés, Restaurants, Straßenkünstler und Pferdekutschen.
Praktischer Tipp: Setzt euch in den Gastgarten eines der vielen Cafés und beobachtet einfach das bunte Treiben. Das ist die beste Art, die Atmosphäre der Stadt aufzusaugen. Im Winter finden hier einige der schönsten Weihnachtsmärkte Europas statt.

2. Marienkirche (Kościół Mariacki)
Ein gotisches Juwel und eines der wichtigsten Wahrzeichen des Hauptmarkts. Diese Backsteinkirche mit zwei unterschiedlich hohen Türmen beherbergt im Inneren einen atemberaubenden Schatz – den größten gotischen Holzaltar der Welt von Veit Stoß. Der Innenraum mit seiner an einen Sternenhimmel erinnernden Decke ist beeindruckend.
Praktischer Tipp: Zu jeder vollen Stunde erklingt vom höheren Turm das Hejnał-Signal, gespielt von einem Trompeter. Es erinnert an den Wächter, der der Legende nach von einem Pfeil getötet wurde, als er vor einem Tatarenangriff warnte.

3. Sukiennice (Tuchhallen)
Die historische Renaissance-Markthalle mitten auf dem Hauptmarkt. Einst war sie ein Zentrum des internationalen Handels mit Tuch, Salz und Gewürzen. Heute findet ihr hier Dutzende Stände mit Bernstein, Schmuck, Holzprodukten und traditionellen polnischen Souvenirs.
Praktischer Tipp: Im ersten Stock der Sukiennice befindet sich die Galerie der polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts, eine Außenstelle des Nationalmuseums, die einen großartigen Überblick über die polnische Malerei bietet.

4. Rathausturm (Wieża Ratuszowa)
Der einzige Überrest des alten Rathauses, das im 19. Jahrhundert abgerissen wurde. Dieser 70 Meter hohe gotische Turm neigt sich leicht und bietet einen schönen Blick auf den gesamten Hauptmarkt und die umliegenden Dächer. Nach 110 Stufen werdet ihr mit einem großartigen Panorama belohnt.
Praktischer Tipp: Der Eintritt auf den Turm ist kostenpflichtig. Achtet auch auf die riesige Kopfskulptur „Eros Bendato“ von Igor Mitoraj, die neben dem Turm auf der Seite liegt und ein beliebter Fotospot ist.

5. Untergrund des Rynek (Rynek Underground)
Ein modernes und interaktives Museum, das sich vier Meter unter der Oberfläche des Hauptmarkts befindet. Hier spaziert ihr über die ursprünglichen mittelalterlichen Pflasterwege und seht Fundamente alter Gebäude, die bei archäologischen Ausgrabungen freigelegt wurden. Es ist eine faszinierende Reise in die Vergangenheit.
Praktischer Tipp: Kauft eure Tickets online am besten im Voraus, denn die Besucherzahl ist begrenzt und die Tickets sind oft ausverkauft – besonders dienstags, wenn der Eintritt kostenlos ist.
6. Barbakan und Florianstor
Überreste der imposanten mittelalterlichen Befestigungsanlage, die einst die Stadt schützte. Das Florianstor ist das wichtigste Eingangstor zur Altstadt, und der Barbakan, eine mächtige runde Festung, zählt zu den am besten erhaltenen Beispielen dieser Art von Verteidigungsbau in Europa.
Praktischer Tipp: Durch dieses Tor begann der Königsweg, auf dem die polnischen Könige zum Wawel einzogen. Spaziert entlang dieser Route und stellt euch die historischen Prozessionen vor.

7. Collegium Maius
Das älteste Gebäude der Jagiellonen-Universität aus dem 15. Jahrhundert. In diesem gotischen Juwel mit wunderschönem Arkadenhof studierte unter anderem Nikolaus Kopernikus. Ihr könnt an einer Führung teilnehmen, die euch in historische Räume, die Bibliothek und die Professorensäle führt.
Praktischer Tipp: Kommt zu einer ungeraden Stunde zwischen 9:00 und 17:00 Uhr in den Innenhof. Aus der historischen Uhr erscheint dann ein Zug hölzerner Figuren, begleitet von Musik.
8. Planty – Stadtpark

Ein grüner Ring, der das gesamte historische Zentrum umschließt. Dieser Park entstand im 19. Jahrhundert anstelle der abgerissenen Stadtmauern und Gräben. Er ist der ideale Ort für einen ruhigen Spaziergang, eine Pause auf einer Bank und eine kleine Auszeit von den Menschenmassen im Zentrum.
Praktischer Tipp: Durch den Park führen viele ausgeschilderte Wege, die euch zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten bringen. Es ist eine schöne und entspannte Art, sich am Rand der Altstadt fortzubewegen.

Königsschloss Wawel
9. Burg Wawel
Der Komplex aus Schlossgebäuden und Kathedrale auf einem Kalksteinhügel über der Weichsel ist das spirituelle und historische Herz Polens. Über Jahrhunderte war er Sitz der polnischen Könige und ein Symbol nationaler Identität. Heute ist er ein riesiges Museum, das in mehrere eigenständige Ausstellungen unterteilt ist.
Praktischer Tipp: Das Schlossgelände ist frei zugänglich. Für die einzelnen Ausstellungen (Königliche Gemächer, Waffenkammer, Schatzkammer usw.) werden separate Tickets verkauft. Kommt früh, denn die Anzahl der Tickets für den jeweiligen Tag ist begrenzt, oder kauft sie online.

10. Kathedrale auf dem Wawel
Der Ort der Krönungen und Begräbnisse polnischer Könige sowie der bedeutendsten Nationalhelden. Diese Kathedrale vereint verschiedene Architekturstile und ist voller prächtiger Kapellen, Grabmäler und Kunstwerke. Sie gilt als polnisches Nationalpantheon.
Praktischer Tipp: Der Eintritt in das Hauptschiff der Kathedrale ist kostenlos. Mit einem kostenpflichtigen Ticket könnt ihr auf den Sigismundturm steigen (wo die berühmte Sigismundglocke hängt), die Königsgräber besuchen und das Kathedralmuseum besichtigen.

11. Wawel-Drache (Smok Wawelski)
Am Fuß des Schlosshügels an der Weichsel findet ihr die Bronzestatue des legendären Drachen. Der Sage nach terrorisierte dieser Drache die Stadt, bis ihn Ritter Krak mit einer List besiegte. Die Statue ist eine beliebte Attraktion, besonders für Kinder.
Praktischer Tipp: Die Statue speit in regelmäßigen Abständen (etwa alle 5 Minuten) echtes Feuer. Wartet unbedingt auf diesen Moment – es ist ein unterhaltsames Schauspiel. Vom Schloss gelangt ihr über die Drachenhöhle (Smocza Jama) dorthin.

Jüdisches Viertel Kazimierz
12. Spaziergang durch das Viertel Kazimierz
Einst eine eigenständige Stadt, heute eines der stimmungsvollsten und lebendigsten Viertel Krakaus. Über Jahrhunderte war es das Zentrum jüdischen Lebens – heute ist Kazimierz ein bohemisches Viertel voller Synagogen, historischer Friedhöfe, Kunstgalerien, Vintage-Läden und vor allem unzähliger Bars und Restaurants mit einzigartigem Charme.
Praktischer Tipp: Am besten lässt du dich hier einfach treiben – besonders in den Straßen Szeroka und Józefa sowie rund um den Plac Nowy. Saug die Atmosphäre auf, die ganz anders ist als in der Altstadt.

13. Alte Synagoge
Die älteste erhaltene Synagoge Polens wurde im 15. Jahrhundert erbaut. Heute dient sie nicht mehr dem Gottesdienst, sondern beherbergt eine Zweigstelle des Historischen Museums der Stadt Krakau, die die Geschichte und Traditionen der Krakauer Juden dokumentiert.
Praktischer Tipp: Sie ist ein großartiger Ausgangspunkt, um die Geschichte dieses Viertels besser zu verstehen. Du findest sie an der Hauptstraße Szeroka.

14. Remuh-Synagoge und Friedhof
Die einzige Synagoge in Kazimierz, in der bis heute regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Sie ist nach dem berühmten Rabbiner und Gelehrten Moses Isserles benannt. Hinter der Synagoge liegt einer der ältesten erhaltenen jüdischen Friedhöfe Europas mit Grabsteinen aus dem 16. Jahrhundert.
Praktischer Tipp: Männer müssen beim Betreten den Kopf bedecken (eine Kippa kann am Eingang ausgeliehen werden). Es ist ein Ort mit einer sehr intensiven und stillen Atmosphäre.

15. Plac Nowy und Zapiekanki
Der zentrale Platz im Herzen von Kazimierz wird vom runden Gebäude namens Okrąglak dominiert. Tagsüber finden hier Märkte statt, abends verwandeln sich der Platz und seine Umgebung in ein Zentrum des Nachtlebens. Genau hier solltest du das legendäre polnische Streetfood probieren – die Zapiekanka.
Praktischer Tipp: Eine Zapiekanka ist ein langes, überbackenes Baguette mit Käse, Pilzen und weiteren Zutaten deiner Wahl. Die besten und bekanntesten Stände findest du direkt im Okrąglak.

16. Oskar Schindlers Fabrik
Das Museum befindet sich in der ehemaligen Emaillewarenfabrik, in der der deutsche Industrielle Oskar Schindler während des Holocausts mehr als 1200 Juden das Leben rettete. Die moderne und sehr eindrucksvolle Ausstellung erzählt nicht nur Schindlers Geschichte, sondern vor allem vom Leben in Krakau während der nationalsozialistischen Besatzung.
Praktischer Tipp: Deinen Besuch solltest du unbedingt mehrere Tage im Voraus online reservieren. Das Museum ist extrem beliebt und Tickets vor Ort sind oft ausverkauft.
Weitere Sehenswürdigkeiten und Erlebnisse
17. Salzbergwerk Wieliczka (Kopalnia Soli Wieliczka)
Eine UNESCO-Welterbestätte und eines der ältesten Salzbergwerke der Welt, das vom 13. Jahrhundert bis 1996 in Betrieb war. Die Besichtigungsroute führt dich bis in eine Tiefe von 135 Metern. Du siehst unterirdische Seen, Kammern und vor allem die atemberaubende Kapelle der hl. Kinga, die komplett aus Salz gehauen wurde – von den Altären bis zu den Kronleuchtern.
Praktischer Tipp: Das Bergwerk liegt nur ein Stück außerhalb von Krakau. Du erreichst es ganz einfach mit dem Zug, Bus oder im Rahmen eines organisierten Ausflugs. Im Bergwerk herrscht eine konstante Temperatur von etwa 15 °C – nimm eine leichte Jacke oder einen Pulli mit.

18. Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau
Der Besuch dieser Gedenkstätte ist ein zutiefst emotionales und erschütterndes Erlebnis – zugleich aber eine wichtige Erinnerung an die Schrecken des Holocausts. Das Gelände des ehemaligen größten nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagers ist heute Gedenkstätte und Museum.
Praktischer Tipp: Deinen Besuch musst du lange im Voraus online reservieren. Empfehlenswert ist eine Führung, da sie den notwendigen historischen Kontext vermittelt. Von Krakau fahren regelmäßig Busse dorthin.

19. Bootsfahrt auf der Weichsel
Eine Panorama-Bootsfahrt auf der Weichsel bietet dir eine ganz andere Perspektive auf die Stadt. Du siehst die Wawel-Burg in ihrer ganzen Pracht, das Norbertinerinnenkloster und moderne Architektur am Flussufer. Es ist eine angenehme und entspannte Art, eine Pause vom vielen Laufen einzulegen.
Praktischer Tipp: Die Boote legen am Anleger unterhalb der Wawel-Burg ab. Du kannst zwischen verschiedenen Längen und Arten von Fahrten wählen.

20. Kopiec Kościuszki (Kościuszko–Hügel)
Einer von vier künstlich aufgeschütteten Hügeln in Krakau. Dieser wurde zu Ehren des polnischen Nationalhelden Tadeusz Kościuszko errichtet. Von seiner Spitze eröffnet sich einer der besten und weitreichendsten Panoramablicke über ganz Krakau und die Umgebung.
Praktischer Tipp: Den Hügel erreichst du mit dem Bus vom Zentrum aus. Das Ticket gilt auch für den Besuch des angrenzenden Museums in der Festung.

21. Museum für Gegenwartskunst in Krakau (MOCAK)
Ein modernes und provokantes Kunstmuseum direkt neben Schindlers Fabrik. Es konzentriert sich auf Kunst der letzten Jahrzehnte und zeigt häufig Ausstellungen, die zum Nachdenken anregen. Auch die Architektur des Museums ist an sich schon sehenswert.
Praktischer Tipp: Verbinde den Besuch des MOCAK und von Schindlers Fabrik an einem Nachmittag. Dein Museumsticket bekommst du hier.
22. Pierogi–Verkostung
Das polnische Nationalgericht solltest du in Krakau unbedingt probieren. Pierogi sind gefüllte Teigtaschen, die gekocht oder gebraten serviert werden. Die beliebteste Füllung ist „ruskie“ (Kartoffeln und Quark), es gibt aber Dutzende weitere Varianten – mit Fleisch, Kohl oder auch süß mit Obst.
Praktischer Tipp: Such dir ein spezialisiertes Restaurant, eine sogenannte „Pierogarnia“. Oft kannst du einen Mix aus verschiedenen Sorten bestellen und so mehrere Geschmacksrichtungen probieren.

23. Obwarzanek – Krakauer Brezel
Ein allgegenwärtiges und unverwechselbares Symbol der Krakauer Straßen. Dieser geflochtene Teigring, bestreut mit Salz, Mohn oder Sesam, wird in kleinen blauen Wagen in der ganzen Stadt verkauft. Er ist ein günstiger und leckerer Snack.
Praktischer Tipp: Verwechsle ihn nicht mit einer klassischen Brezel. Der Obwarzanek hat eine geschützte geografische Angabe – der echte wird nur in Krakau und Umgebung hergestellt.

24. Kirche St. Peter und Paul
Der erste barocke Bau Krakaus, inspiriert von der römischen Kirche Il Gesù. Die imposante Fassade schmücken Statuen der zwölf Apostel. Im Inneren befindet sich das längste Foucaultsche Pendel Polens, das die Erdrotation demonstriert.
Praktischer Tipp: Die Vorführung des Foucaultschen Pendels findet jeden Donnerstagvormittag statt.

25. Museum der polnischen Luftfahrt
Eines der besten Luftfahrtmuseen Europas. Es befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen Flughafens und beherbergt in modernen Hallen sowie auf dem Außengelände eine riesige Sammlung von Flugzeugen, Hubschraubern und Motoren – von den Anfängen der Luftfahrt bis zur Gegenwart.
Praktischer Tipp: Ein toller Ausflugstipp für Familien mit Kindern und alle Technikfans. Das Museum liegt außerhalb des Zentrums, ist aber gut mit der Straßenbahn erreichbar.

26. Nowa Huta – sozialistische Stadt
Ein einzigartiges Viertel, das in den 1950er-Jahren als sozialistische Musterstadt für die Arbeiter der örtlichen Stahlwerke gebaut wurde. Es ist ein faszinierendes Beispiel zentral geplanter Architektur und Stadtentwicklung. Heute ist Nowa Huta ein grünes, ruhiges Wohnviertel mit Retro-Atmosphäre.
Praktischer Tipp: Die beste Art, Nowa Huta zu erkunden, ist eine organisierte Tour in einem alten Trabant. Die Guides zeigen dir die wichtigsten architektonischen Elemente und erzählen Geschichten aus der Zeit des Kommunismus.

27. Kloster und Skałka (Kościół na Skałce)
Eine der ältesten und heiligsten Kirchen Polens. Genau hier soll der Krakauer Bischof Stanislaus der Legende nach im 11. Jahrhundert getötet worden sein. In der Krypta unter der Kirche sind bedeutende Persönlichkeiten der polnischen Kultur und Wissenschaft begraben.
Praktischer Tipp: Die Kirche liegt am Ufer der Weichsel, nur ein Stück von Kazimierz entfernt. Ein ruhiger Ort mit schönem Blick auf den Fluss.
28. Platz der Helden des Ghettos (Plac Bohaterów Getta)
Ein stiller und eindrucksvoller Platz im Stadtteil Podgórze, der während des Zweiten Weltkriegs das Zentrum des jüdischen Ghettos von Krakau war. Heute steht hier ein Denkmal aus 70 leeren Bronzestühlen, die das tragische Schicksal der Bewohner des Ghettos symbolisieren.
Praktischer Tipp: Besuche auch die Apotheke unter dem Adler (Apteka pod Orłem), die sich an der Ecke des Platzes befindet. Ihr Besitzer half den Bewohnern des Ghettos – heute ist dort ein Museum untergebracht.

29. Botanischer Garten der Jagiellonen–Universität
Der älteste botanische Garten Polens wurde 1783 gegründet. Er ist eine wunderschöne und ruhige Oase nur ein Stück vom lebhaften Zentrum entfernt. Hier findest du umfangreiche Pflanzensammlungen aus aller Welt, historische Gewächshäuser und ein kleines Museum.
Praktischer Tipp: Der perfekte Ort zum Ausruhen und um den Menschenmassen zu entfliehen – besonders im Frühling und Sommer, wenn alles blüht.
30. Glasmalerei–Museum (Muzeum Witrażu)
Ein faszinierendes und zu Unrecht oft übersehenes Museum, das gleichzeitig eine noch aktive Werkstatt ist. Während der Führung siehst du Künstler direkt bei der Arbeit und lernst den gesamten Prozess der Glasmalerei kennen – vom Entwurf bis zur finalen Zusammensetzung.
Praktischer Tipp: Ein Besuch ist nur im Rahmen einer geführten Tour möglich, reserviere also im Voraus. Es ist ein einzigartiger Blick hinter die Kulissen eines Kunsthandwerks.

31. Verkostung von polnischem Wodka
Polen gilt als Wiege des Wodkas, und Krakau bietet unzählige Bars, in denen du Dutzende Sorten und Geschmacksrichtungen probieren kannst. Nimm an einer geführten Verkostung teil, bei der du mehr über die Geschichte und Herstellung dieses Getränks erfährst.
Praktischer Tipp: Probier die Bars in Kazimierz – sie haben oft die größte Auswahl. Beliebt sind aromatisierte Wodkas, zum Beispiel Kirschwodka (wiśniówka) oder Nusswodka (orzechówka).

32. Vater–Bernatek-Brücke (Kładka Ojca Bernatka)
Eine moderne Fußgänger- und Fahrradbrücke über die Weichsel, die die Stadtteile Kazimierz und Podgórze verbindet. Berühmt ist sie für ihre akrobatischen Skulpturen, die auf Seilen über der Brücke balancieren. Außerdem ist sie ein beliebter Ort für Verliebte, die hier Liebesschlösser anbringen.
Praktischer Tipp: Spaziere abends über die Brücke, wenn sie schön beleuchtet ist. Sie ist eine tolle Verbindung zwischen Schindlers Fabrik und dem Nachtleben in Kazimierz.

33. Krakauer Weihnachtskrippen (Szopki krakowskie)
Eine einzigartige Tradition und ein Kunsthandwerk, das auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes steht. Es handelt sich um unglaublich detailreiche und farbenfrohe Krippen, die Miniaturen berühmter Krakauer Sehenswürdigkeiten als Kulisse verwenden.
Praktischer Tipp: Wenn du Krakau im Dezember besuchst, solltest du die Wettbewerbs-Ausstellung der Krippen auf dem Hauptmarkt nicht verpassen. Den Rest des Jahres kannst du sie im Ethnografischen Museum anschauen.

Wo in Krakau übernachten
Krakau bietet eine große Auswahl an Unterkünften für jedes Budget. Dank der kompakten Stadtstruktur bist du fast immer in Reichweite der wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Stare Miasto (Altstadt) – Für den ersten Besuch und maximale Sehenswürdigkeiten
Wenn du mitten im Geschehen sein möchtest, umgeben von Geschichte und Sehenswürdigkeiten an jeder Ecke, ist das die beste Wahl. Du bist nur wenige Gehminuten vom Hauptmarkt und vom Wawel entfernt. Eine luxuriöse Option ist das historische Hotel Stary, während das Hotel Polski Pod Białym Orłem. ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Die besten Preise findest du im Cracow Central Aparthotel.
Kazimierz (Jüdisches Viertel) – Für bohemische Atmosphäre und Nachtleben
Wenn du eine einzigartige Atmosphäre erleben und von den besten Bars, Restaurants und Galerien umgeben sein möchtest, übernachte in Kazimierz. Es ist ein lebendiges, kreatives und atmosphärisches Viertel mit Seele. Eine tolle Wahl ist das stilvolle Hotel Rubinstein oder die Design-Apartments PURO Kraków Kazimierz.
Podgórze – Für Ruhe, Geschichte und bessere Preise
Dieses Viertel auf der anderen Flussseite, in der Nähe von Schindlers Fabrik und dem Platz der Helden des Ghettos, entwickelt sich gerade stark. Es ist ruhiger, authentischer und bietet oft bessere Unterkunftspreise. Mit Kazimierz und dem Zentrum ist es hervorragend über die Fußgängerbrücke und Straßenbahnen verbunden. Versuch es mit dem modernen Lwowska 1 oder dem Qubus Hotel Kraków mit Pool auf dem Dach.
Umgebung des Hauptbahnhofs – Für Praktikabilität und einfache Verbindungen
Wenn du viel mit Zug oder Bus unterwegs sein möchtest (z. B. nach Auschwitz oder Wieliczka), ist eine Unterkunft in der Nähe des Bahnhofs und des Einkaufszentrums Galeria Krakowska sehr praktisch. Ins Stadtzentrum gehst du zu Fuß etwa 10–15 Minuten. Eine gute Wahl ist das Mercure Krakow Stare Miasto oder das IBIS budget Krakow Stare Miasto für Reisende mit kleinem Budget.
Praktische Tipps für Reisende
- Verkehr: Krakau hat ein dichtes Netz aus Straßenbahnen und Bussen. Die meisten Orte im Zentrum und in Kazimierz erreichst du aber bequem zu Fuß. Für Fahrten kaufst du am besten ein Zeitticket (z. B. für 20, 60 Minuten oder 24 Stunden) an Automaten an den Haltestellen oder in einer mobilen App.
- Währung: In Polen bezahlt man mit dem polnischen Złoty (PLN). Euro werden nur in einigen touristischen Geschäften akzeptiert – meist zu einem ungünstigen Kurs. Es ist immer besser, mit Karte zu zahlen oder Złoty am Geldautomaten abzuheben.
- Krakow Card: Wenn du viele Museen besuchen möchtest, rechne dir aus, ob sich die Karte für dich lohnt. Sie beinhaltet Eintritte in fast 40 Museen und unbegrenzte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel.
- Essen: Neben Pierogi und Zapiekanka solltest du auch die Suppe Żurek, Bigos (Krauteintopf) oder Kotlet schabowy probieren. Essen in Polen ist im Allgemeinen sehr lecker und preiswert. Für ein günstiges und schnelles Mittagessen halte Ausschau nach sogenannten „Milchbars“ (Bar Mleczny).
- Sicherheit: Krakau ist eine sichere Stadt. Achte jedoch auf Taschendiebe an überfüllten Orten und auf unseriöse Wechselstuben (prüfe immer den Kurs und mögliche Gebühren).
- Zahlungen: Kartenzahlung ist in den meisten Geschäften, Restaurants und Hotels völlig normal. Bargeld ist auf kleineren Märkten oder beim Kauf von Obwarzanek auf der Straße praktisch.
- Sprache: Amtssprache ist Polnisch. In touristischen Bereichen kommst du problemlos mit Englisch zurecht. Die Polen freuen sich, wenn du ein paar grundlegende Phrasen versuchst, zum Beispiel „Dzień dobry“ (Guten Tag) oder „Dziękuję“ (Danke).
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