Ecuador steht für hohe Berge, schneebedeckte Vulkane, den Amazonas-Regenwald und das einzigartige Tierparadies der Galapagosinseln. Obwohl Ecuador ein relativ kleines Land ist, bietet es eine erstaunliche Vielfalt an Erlebnissen. Naturfreunde und Bergliebhaber kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Reisende, die an schamanischen Ayahuasca-Ritualen teilnehmen möchten.
In diesem Artikel haben wir für euch einen ausführlichen Reiseführer für eine individuelle Ecuador-Reise zusammengestellt. Ihr findet praktische Reisetipps und eine Liste faszinierender Orte, die ihr in diesem vielseitigen Land besuchen solltet.
Visum und Einreisebestimmungen für Ecuador
Staatsangehörige der Europäischen Union benötigen für eine touristische Reise nach Ecuador in der Regel kein Visum.
Bei der Einreise solltet ihr jedoch beachten, dass ihr ein Rück- oder Weiterflugticket aus dem Land vorweisen müsst. Offiziell sollten ein Nachweis ausreichender finanzieller Mittel und ein Flugticket genügen. Bei unserer Reise aus Panama hätten wir wegen dieser Formalität allerdings beinahe den Flug verpasst.
Gerettet hat uns der praktische Ticketreservierungsdienst Onewayfly. Für 20 USD könnt ihr mit wenigen Klicks einen Nachweis über die geplante Ausreise erhalten. Das ist besonders hilfreich, wenn ihr noch nicht wisst, wie lange ihr in Ecuador bleiben möchtet.
Bei der Einreise bekommt ihr einen Stempel für 90 Tage in den Pass. Wenn ihr diese Frist überschreitet, kann eine relativ hohe Geldstrafe fällig werden.

Wetter und Reisezeiten in Ecuador
Wann ist die beste Reisezeit für Ecuador?
- Wenn ihr sonnige Tage mögt, ist der ecuadorianische Sommer von Juni bis September die beste Reisezeit. Das gilt besonders, wenn ihr die monumentalen Vulkane ohne Wolken sehen möchtet.
- Auch der Dezember ist eine gute Reisezeit, da er innerhalb der übrigen Regenzeit vergleichsweise trocken ist.
- März und April solltet ihr nach Möglichkeit vermeiden, denn dies sind die regenreichsten Monate des Jahres.
- Diese Wetterbeschreibung gilt vor allem für das ecuadorianische Hochland.
Wetter und Reisezeit im Amazonasgebiet
Im Amazonasgebiet beginnt die Trockenzeit dagegen im Januar. Von März oder April bis Juli herrscht Regenzeit; in den übrigen Monaten ist das Wetter wechselhaft. Ein Besuch im Amazonasgebiet lohnt sich zu jeder Jahreszeit. Je nach Saison unterscheiden sich lediglich die Chancen, bestimmte Tiere zu beobachten.
Wetter und Reisezeit auf den Galapagosinseln
Die beste Reisezeit für Galapagos ist von Dezember bis Mai. In diesen Monaten ist es trocken und sonnig, das Meer ist ruhiger und die Sicht unter Wasser beim Tauchen besser. Von Juni bis November wird es vor allem nachts kühler. Auch diese Saison gilt nicht als schlechte Reisezeit, beim Schnorcheln ist ein Neoprenanzug jedoch empfehlenswert.
Reisen während der Regenzeit
Eine Reise während der Regenzeit ist nicht so nass, wie es zunächst klingt. An manchen Tagen scheint die Sonne, an anderen regnet es. Der größte Nachteil sind die Wolken, die häufig die mächtigen Vulkane verdecken und euch dadurch um schöne Aussichten bringen können.

Preise und Bezahlen
Die offizielle Währung Ecuadors ist der US-Dollar.
Die orangefarbenen Geldautomaten des BANRED-Netzes erheben keine eigene Abhebungsgebühr. Ihr findet sie beispielsweise in Santa-María-Supermärkten und an verschiedenen Stellen in den Städten.
Barzahlung ist in Ecuador weiterhin weit verbreitet. In größeren Supermärkten könnt ihr mit Karte bezahlen, wobei ein großer ecuadorianischer Supermarkt eher der Größe eines kleineren europäischen Marktes entspricht. Hotels und Hostels möchten meistens bar bezahlt werden, auch wenn es Ausnahmen gibt. Häufig könnt ihr eure Unterkunft nicht einmal vorab über Booking.com mit Karte bezahlen.
Im Vergleich zu Mitteleuropa ist Ecuador günstig. Ein Mittagsmenü auf einem Markt oder in der Stadt bekommt ihr bereits für ungefähr 2,50 USD. Ein Doppelzimmer kostet etwa 10–30 USD pro Nacht.
Preisbeispiele für Ecuador
- Flasche Wasser (1,5 l): 1 USD
- Wasserkanister (6 l): 1,50–2 USD
- Komplettes Frühstücks-, Mittags- oder Abendmenü: 2–3 USD
- Gericht in einem touristischen Restaurant: 7–12 USD
- Eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln: 35 Cent
- Doppelzimmer: 10–20 USD pro Nacht
- Bett im Hostel: 8 USD
- Obst auf dem Markt, ein Beutel mit verschiedenen Sorten: 1 USD
- Busfahrt: je nach Entfernung 2–7 USD
Diese Preisbeispiele gelten nicht für Galapagos. Dort sind die Preise ungefähr doppelt so hoch.

Verkehrsmittel in Ecuador
Das Reisen innerhalb Ecuadors ist einfach, allerdings nicht besonders umweltfreundlich. Busse, Autos und Lastwagen hinterlassen häufig schwarze Abgaswolken. Für größere Städte empfehlen wir deshalb eine Atemschutzmaske, die ihr fast überall kaufen könnt.
Busse
Mit dem Bus erreicht ihr praktisch jeden Ort in Ecuador, und die Verbindungen fahren sehr häufig. Auf einen Fernbus mussten wir fast nie länger als eine halbe Stunde warten. An den Busbahnhöfen helfen euch Mitarbeiter, die regelmäßig die Ziele ihrer jeweiligen Gesellschaft ausrufen. An größeren Terminals kauft ihr die Tickets am Schalter, häufig könnt ihr aber auch direkt im Bus bezahlen.
Fernbusse kosten je nach Entfernung ungefähr 2–7 USD.
Fahrten mit Stadt- und Regionalbussen kosten meist nur wenige Cent. In größeren Städten könnt ihr die passende Verbindung über Google Maps suchen; dort funktioniert die Routenplanung recht gut.
Falls ihr einmal nicht wisst, welcher Bus wohin fährt, helfen euch die Menschen vor Ort in der Regel gern weiter.
Taxis
Taxis sind in Ecuador vergleichsweise günstig und bringen euch oft schnell und bequem ans Ziel. Wenn ihr die Kosten mit anderen Reisenden teilt, lohnt sich die Fahrt besonders. Fragt vorher nach dem Preis und handelt ruhig, falls er euch zu hoch erscheint. Kurze Fahrten in Quito kosteten je nach Entfernung etwa 2–7 USD. Für die 45- bis 60-minütige Strecke vom Flughafen ins Zentrum zahlten wir 26 USD.
Uber und Cabify
Alternativen zum klassischen Taxi sind Uber und Cabify. In der App seht ihr bereits vorab, wie viel die Fahrt kostet. Ein Nachteil kann die Wartezeit sein, während normale Taxis praktisch an jeder Ecke stehen. Diese Dienste funktionieren nur in größeren Städten.

Unterkünfte
Unterkünfte findet ihr unkompliziert über Booking.com. Außerhalb der Hauptsaison könnt ihr auch direkt in einem Hostel nach einem freien Zimmer und dem Preis fragen. In praktisch allen touristischen Orten und Städten gibt es ausreichend Übernachtungsmöglichkeiten.
Ein Doppelzimmer kostet normalerweise etwa 10–20 USD pro Nacht.
Falls ein Hostel auf Booking.com ausgebucht erscheint, lohnt es sich trotzdem, persönlich nachzufragen. Uns ist es mehrmals passiert, dass vor Ort noch Zimmer frei waren, obwohl die Plattform keine Verfügbarkeit zeigte.

Praktische Informationen für eine Ecuador-Reise
- Steckdosen: In Ecuador werden die amerikanischen Steckdosentypen A und B verwendet. Die Netzspannung beträgt 120 V bei einer Frequenz von 60 Hz. Ihr benötigt daher einen Reiseadapter.
- Impfungen: Zu den häufig empfohlenen Reiseimpfungen gehören Typhus sowie Hepatitis A und B. Für Reisen in den Dschungel wird außerdem eine Gelbfieberimpfung empfohlen. Sie ist verpflichtend, wenn ihr aus einem Gebiet mit Gelbfieberrisiko einreist. Lasst euch vor der Reise individuell reisemedizinisch beraten.
- Große Höhen: Ecuador besitzt hohe Berge, und ihr bewegt euch häufig auf 3.000 bis 4.000 Metern über dem Meeresspiegel; die höchsten Gipfel reichen fast bis 6.000 Meter. Quito liegt auf 2.850 Metern und ist eine der höchstgelegenen Hauptstädte der Welt. Plant direkt nach der Ankunft kein anstrengendes Programm ein, sondern gebt eurem Körper Zeit zur Akklimatisierung. Vor Ort werden gegen Höhenbeschwerden häufig Kokablätter gekaut; ein Päckchen kostet auf dem Markt etwa 2 USD.
- Reiseversicherung: Viele Versicherungen decken Wanderungen nur bis zu einer Höhe von 3.000 Metern ab. In Ecuador liegen bereits einige Städte auf dieser Höhe. Für größere Aufstiege oder Bergtouren reicht eine gewöhnliche Police deshalb möglicherweise nicht aus. Prüft unbedingt die Höhenbegrenzung und den Schutz für eure geplanten Aktivitäten.
- Leitungswasser: Das Leitungswasser in Ecuador ist nicht als Trinkwasser geeignet. Zum Geschirrspülen könnt ihr es verwenden, zum Trinken solltet ihr abgefülltes Wasser kaufen.
- Starke Sonne: Unterschätzt den Sonnenschutz nicht, denn am Äquator ist die UV-Strahlung sehr intensiv. Denkt an Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme.
- SIM-Karte und mobile Daten: Fast überall findet ihr Telefonläden, die günstige SIM-Karten verkaufen. Die häufigsten Anbieter sind Movistar und Claro; Netzabdeckung und Tarife sind ähnlich. In Städten ist der Empfang meist sehr gut, in den Bergen dagegen oft nicht vorhanden. Beispielhaft bot Movistar eine SIM-Karte für 5 USD sowie 8 GB für 10 USD mit 30 Tagen Laufzeit oder 2 GB für 3 USD mit sieben Tagen Laufzeit an.

Sicherheit in Ecuador
Während unserer Reise fühlten wir uns in Ecuador nicht besonders gefährdet. Trotzdem gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: Tragt Schmuck nicht sichtbar, nehmt nur wenig Bargeld mit und bewahrt Wertsachen sicher auf.
In Quito wird empfohlen, nach Einbruch der Dunkelheit auch für kurze Strecken ein Taxi zu nehmen. Die tagsüber belebte Stadt leert sich nach Sonnenuntergang schnell. Als besonders risikoreich gilt Guayaquil, wo ihr verstärkt auf Diebstähle achten solltet. Kleinere touristische Orte wie Baños bleiben dagegen oft bis in den Abend hinein belebt.
Auf älteren Foren und Blogs findet ihr noch den Rat, Rucksäcke nicht im Gepäckraum eines Busses zu verstauen, sondern auf dem Schoß zu behalten. Die Sicherheitslage und Abläufe haben sich seitdem vielerorts verändert. Behaltet Wertsachen dennoch immer bei euch.
Prüft vor der Abreise außerdem die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Essen in Ecuador
Das Essen in Ecuador ist im Allgemeinen gut und günstig. An vielen Orten bekommt ihr ein Mittagsmenü mit Suppe, Hauptgericht und Getränk bereits für 2,50–3 USD. Achtet auf Schilder mit der Aufschrift Almuerzo. Das Hauptgericht besteht häufig aus Reis, Linsen und Fleisch, beispielsweise Huhn, Schwein, Fisch oder Garnelen.
Zum gleichen Preis werden reichhaltige Frühstücksmenüs angeboten, oft den ganzen Vormittag über. Sucht nach der Bezeichnung Desayuno.
Daneben gibt es viele weitere Restaurants. Die Preise für ein Gericht beginnen bei ungefähr 3 USD und reichen meist bis 10 USD, manchmal auch darüber.

Was sollte man in Ecuador probieren?
Wenn ihr gern die traditionelle Küche probiert, solltet ihr euch diese ecuadorianischen Gerichte nicht entgehen lassen:
- Encebollado – eine Suppe mit Maniok, Thunfisch und sehr vielen Zwiebeln. Häufig werden dazu Popcorn und manchmal Kochbananenchips serviert. Die Suppe ist lecker und so sättigend, dass sie allein als Mittagessen reichen kann.
- Empanadas – frittierte Teigtaschen, die meist mit Huhn oder Käse gefüllt sind. Ihr findet sie an vielen Imbissständen für ungefähr einen Dollar. Für eine vollständige Mahlzeit benötigt ihr gewöhnlich zwei oder drei Stück.
- Morocho – ein milchiges Maisgetränk beziehungsweise süßer Maisbrei, der häufig zum Frühstück serviert und manchmal mit Gewürzen und Rosinen verfeinert wird.
- Ceviche – ein kaltes, säuerlich mariniertes Gericht in verschiedenen Varianten, beispielsweise mit Garnelen.
- Bolón de verde – eine frittierte Kugel aus grünen Kochbananen, häufig mit Fleisch oder Käse gefüllt. Sie wird gern zum Frühstück serviert.
- Tigrillo – eine Mischung aus zerdrückten grünen Kochbananen, Eiern und Käse. Sie wird meistens zum Frühstück gegessen, ist aber so sättigend wie ein Mittagessen und kann oft auch mittags bestellt werden. Obenauf kommt häufig noch ein Spiegelei.
- Gebratenes Meerschweinchen (Cuy asado) – eine bekannte ecuadorianische Spezialität. Das Fleisch erinnert an Kaninchen, ist jedoch besonders zart. Serviert wird es mit Mais, Kartoffeln und verschiedenen Saucen. Ein ganzes Tier kostet ungefähr 25 USD und reicht gut für zwei, eventuell sogar drei Personen. Einige Restaurants bieten zum Probieren auch ein Viertel an. Ein guter Ort dafür ist Cuenca, beispielsweise das Restaurant Mi Escondite.

Sprache
Die Amtssprache Ecuadors ist Spanisch. Wir empfehlen dringend, vor der Reise einige grundlegende Sätze zu lernen, denn nur wenige Menschen sprechen Englisch.
Besonders hilfreich sind Wörter und Sätze zu diesen Themen:
- Grundlegende Redewendungen
- Zahlen
- Uhrzeiten
- Essen
- Restaurant
- Unterkunft
- Verkehrsmittel
Typische Beispiele:
- Wie viel kostet das? – ¿Cuánto cuesta esto?
- Wann fährt der Bus nach …? – ¿Cuándo sale el autobús a …?
- Wo ist die Toilette? – ¿Dónde está el baño?
- Um wie viel Uhr? – ¿A qué hora?
- Ich möchte / wir möchten – Quiero / Queremos
- Ich kann / wir können – Puedo / Podemos
- Gehen / fahren – Ir
Eine gute kostenlose Hilfe für die Grundlagen ist die App Duolingo. Zusätzlich ist ein offline verfügbarer Übersetzer auf dem Smartphone praktisch. Selbst ohne Spanischkenntnisse könnt ihr euch oft mit Gesten verständigen. Ein Freund fasste es so zusammen: „Ich spreche Tschechisch, sie sprechen Spanisch, aber irgendwie verstehen wir uns immer.“ 🙂

Kultur und Religion in Ecuador
Die Bevölkerung Ecuadors ist ähnlich vielfältig wie das Land selbst. Die meisten Menschen haben mestizische Wurzeln (Mestizo), also eine Mischung aus spanischen Kolonisten und der indigenen Bevölkerung Ecuadors. Ein großer Teil der Bevölkerung gehört christlichen Glaubensgemeinschaften an. Insgesamt leben in Ecuador mehr als 18 Millionen Menschen.
Daneben gibt es zahlreiche indigene Gemeinschaften und eine lange Tradition des Schamanismus. Schamanen gelten als lokale Heiler und bewahren Mythen, Legenden und Geschichte, die sie von Generation zu Generation weitergeben. Sie behandeln Körper und Geist; inzwischen reisen Menschen aus aller Welt zu ihnen.
Zu ihren wichtigsten Werkzeugen gehören halluzinogene Substanzen aus Pflanzen des Regenwaldes. Am bekanntesten ist vermutlich die Liane Ayahuasca, die auch „Liane der Seele“ genannt wird.
Wenn ihr mehr darüber lesen möchtet: Ein Freund von uns verbrachte mehrere Monate bei Schamanen und nahm an zahlreichen Ritualen und Zeremonien teil. Hier findet ihr seine Facebook-Seite.

Die schönsten Orte in Ecuador
Schauen wir uns nun die Orte an, die ihr auf einer Ecuador-Reise besuchen solltet.
1) Quito
Eure ersten Schritte führen höchstwahrscheinlich in die Hauptstadt Ecuadors. Quito liegt auf 2.850 Metern und gehört damit zu den höchstgelegenen Großstädten der Welt. Die Stadt ist eine gute Basis zur Akklimatisierung, falls ihr später Bergtouren plant. Die Höhe ist tatsächlich deutlich spürbar. Das solltet ihr in Quito nicht verpassen:
- Free Walking Tour – Eine geführte Stadtwanderung ist ideal für den ersten Tag. Ihr lernt Quito kennen und erfahrt viele interessante Hintergründe. Empfehlen können wir die Tour, die täglich um 10 Uhr am Community Hostel nahe dem Markt beginnt. Der empfohlene Beitrag beträgt 10 USD. Ihr besucht den Markt und probiert ungewöhnliche Früchte, hört etwas über die Geschichte Quitos und Ecuadors sowie über Schamanismus und Heilpflanzen. Außerdem gibt es Empfehlungen für günstiges Essen, wunderschöne Rosen, ein Haus mit im Boden eingelassenen Knochen und eine Schokoladenverkostung. Nach rund drei Stunden endet die Tour an einer Kirche.
- Teleférico Quito – Die Seilbahn bringt euch auf ungefähr 4.000 Meter. Von oben habt ihr eine großartige Aussicht auf die Stadt und bei klarem Wetter auf die umliegenden Vulkane. Oberhalb der Bergstation befinden sich fotogene Schaukeln und etwas weiter ein günstiger Imbiss bei den Pferden. Mit ausreichend Zeit und Kondition könnt ihr von hier zur Akklimatisierung auf den Vulkan Pichincha auf 4.696 Meter wandern.
- El Panecillo – Auf diesem Hügel steht die große Statue Virgen de El Panecillo. Ihr genießt eine schöne Aussicht und könnt für etwa einen Dollar auch die Statue betreten. Hinauf fährt ein Bus. Der Fußweg über die Treppen wurde uns aus Sicherheitsgründen nicht empfohlen.
- Basílica del Voto Nacional – Besonders sehenswert ist das Dach der Basilika. Der Eintritt kostet ungefähr 4 USD. Der Aufstieg zu den Aussichtstürmen über steile Metallleitern ist ein echtes Erlebnis. Auch der Weg durch den Dachstuhl und das runde Buntglasfenster unter dem Dach lohnen sich.
- Itchimbía und Crystal Palace – Wenn ihr viel Zeit habt, könnt ihr auf den Hügel mit dem gläsernen Kulturzentrum spazieren.
Wo übernachten in Quito?
Für Alleinreisende eignet sich das Community Hostel, in dem ihr leicht andere Reisende und vielleicht Begleiter für die weitere Tour trefft. Für Paare ist das freundliche Yumbo Hostel Imperial Quito eine günstige Alternative.

2) Äquator – Mitad del Mundo und Intiñan Solar Museum
Einen Besuch am Äquator solltet ihr nicht auslassen. Das große ursprüngliche Äquatormonument steht kurioserweise etwa 150 Meter neben der tatsächlich vermessenen Linie. Den echten Äquator findet ihr im Intiñan Solar Museum. Es ist kein langweiliges Museum, sondern bietet viele praktische Experimente: Ihr versucht, ein Ei auf einem Nagelkopf auszubalancieren, mit geschlossenen Augen auf einer Linie zu gehen und beobachtet, wie Wasser direkt am Äquator abfließt. Zuvor erfahrt ihr bei einem kurzen Rundgang etwas über indigene Gemeinschaften im Amazonasgebiet. Zu sehen ist sogar ein echter Schrumpfkopf. Der Eintritt kostet etwa 5 USD und die Führung dauert ungefähr eine Stunde.
Beobachtet nach der Führung bei den Bäumen am Eingang die Kolibris.
Das große Monument steht im Komplex Mitad del Mundo, dem „Mittelpunkt der Welt“. Der Eintritt kostet ebenfalls etwa 5 USD und es gibt interessante Ausstellungen. Bei wenig Zeit genügt jedoch das Intiñan Solar Museum.

3) Amazonasgebiet – Cuyabeno
Ein Ausflug in das Amazonasgebiet wäre einen eigenen Artikel wert. Für eure Südamerika-Reise stehen mehrere Gebiete zur Wahl: das Cuyabeno-Reservat, der Yasuní-Nationalpark, Tena oder der peruanische Amazonas. Nach den Erfahrungen anderer Reisender ähneln sich die angebotenen Dschungeltouren, Cuyabeno gehört jedoch zu den günstigeren Möglichkeiten.
Wir nahmen an einer Tour des Community Hostels in Quito zur Dolphin Lodge teil und waren begeistert. Die fünftägige Tour kostete 320 USD, die viertägige Variante 270 USD. Vier Tage reichen unserer Meinung nach aus, um einen guten Eindruck vom Regenwald zu bekommen.
Mit dem Nachtbus fahrt ihr zur Brücke Puente Cuyabeno und von dort per Boot in den Regenwald, denn der Fluss ist der einzige Verkehrsweg. Bereits unterwegs seht ihr viele Vögel, Affen, Kaimane und andere Tiere. Unser Guide Elias erklärte mit großer Begeisterung Pflanzen, Insekten und größere Tiere. Wir besuchten auch seine Heimatgemeinde, bereiteten gemeinsam ein traditionelles Gericht aus Maniok zu und trafen kurz einen Schamanen. Am Abend ging es zum Sonnenuntergang auf eine nahe Lagune und später zu einer Nachtwanderung in den Regenwald.
Vorher hatte ich Respekt vor Insekten, Blutegeln und Mücken, doch nichts davon wurde zum Problem. Es gab weniger Mücken als im Sommer an vielen europäischen Flüssen, und andere Tiere wie Spinnen sahen wir nur nachts im Dschungel. Die Erfahrung war ein wichtiger Teil unserer Ecuador-Reise. Wir können die Dolphin Lodge sehr empfehlen; solche Eco-Lodge-Projekte unterstützen zugleich lokale Gemeinschaften.

4) Otavalo und Laguna Cuicocha
Wenn ihr Zeit habt, besucht Otavalo nördlich von Quito. Viele Reisende kommen für die Wanderung um die Laguna Cuicocha. Sehenswert ist außerdem der lokale Markt mit Kunsthandwerk und besonders vielen Ponchos. Ein weiteres schönes Ziel für einen Spaziergang ist der Wasserfall Cascada de Peguche.
Empfehlen können wir diese Unterkunft mit einer großartigen Dachterrasse.
Wanderung um die Laguna Cuicocha
Mit einmaligem Umsteigen erreicht ihr die Lagune per Bus. Zuerst fahrt ihr für etwa 0,40 USD nach Quiroga, von dort weiter für rund 0,50 USD direkt zur Lagune. Schneller ist ein Taxi ab Otavalo für ungefähr 10 USD. Die zwölf Kilometer lange Rundwanderung verläuft auf 3.100 bis 3.450 Metern und dauert etwa fünf Stunden.

5) Mindo
Ein weiteres interessantes Ziel ist Mindo. Die Region bietet viele Wasserfälle und ist besonders für Kolibribeobachtungen bekannt. Beliebt ist die Wasserfallroute Ruta de las Cascadas; außerdem könnt ihr Ziplining ausprobieren. Wir selbst waren nicht dort.

6) Laguna Quilotoa
Eine der bekanntesten Wanderungen Ecuadors führt zur Laguna Quilotoa. Ihr könnt entweder eine dreitägige Route gehen, die an der Lagune endet, oder einen Tagesausflug von Latacunga unternehmen. Busse fahren regelmäßig vom dortigen Terminal und kosten ungefähr 2,50 USD. Der Eintritt zur Lagune beträgt etwa 2 USD pro Person.
Der Rundweg um die Lagune ist zehn Kilometer lang; plant mindestens fünf bis sechs Stunden ein. Beachtet die Höhe von 3.800 bis 3.900 Metern. Rund um die Lagune gibt es kleine Restaurants mit Mittagsmenüs für ungefähr 5 USD. Ihr könnt auch zum Wasser hinabsteigen, ein Kajak mieten oder auf dem Campingplatz übernachten.

7) Vulkan Cotopaxi
Von Latacunga und Quito könnt ihr zum Cotopaxi-Nationalpark fahren und einen der schönsten Vulkane Ecuadors besuchen. Mit einem Bergführer ist eine Gipfelbesteigung möglich, alternativ wandert ihr nur zur Berghütte, an der die Expeditionen starten. Im Park könnt ihr campen; je nach Kontrolle ist das kostenlos oder kostet etwa 5 USD. Wir wollten an der Lagune übernachten, doch die hohe vulkanische Aktivität machte den Plan unmöglich.

8) Vulkan Chimborazo
Der Chimborazo zieht viele Bergsteiger an, da er als technisch vergleichsweise einfacher Sechstausender gilt. Geführte Touren starten regelmäßig und kosten ungefähr 350 USD. Ein Gipfelerfolg ist jedoch keineswegs garantiert; Freunde von uns mussten wegen Lawinengefahr auf 5.800 Metern umkehren.
Beliebt ist außerdem eine Abfahrt mit dem Mountainbike. Die Fahrräder werden bis zum höchsten mit dem Auto erreichbaren Punkt transportiert, anschließend geht es rund 40 Kilometer bergab.

9) Baños
Baños liegt in einem wunderschönen Bergtal und bietet eine riesige Auswahl an Aktivitäten. In dieser Hinsicht erinnert der Ort ein wenig an Queenstown in Neuseeland. Hier findet ihr nahezu jedes Outdoor-Abenteuer: Canyoning, Rafting, Mountainbiking, riesige Schaukeln, Ziplines, Bungee-Jumping und Thermalquellen.
Diese Orte und Aktivitäten lohnen sich in Baños besonders:
- Casa del Árbol – Diese schöne Anlage liegt in den Hügeln hoch über Baños und bietet tolle Aussichten und viel Unterhaltung. Mehrere Schaukeln, Aussichtspunkte, Installationen und Blumen im Garten liefern zahlreiche Fotomotive. Auch eine kurze Zipline gibt es. Der Eintritt kostet nur etwa einen Dollar, und im Gelände findet ihr einen günstigen Imbiss. Von der Stadt fährt ein Bus unter anderem um 14 Uhr an der Pastaza-Straße nahe der Kreuzung mit Montalvo beziehungsweise Luis A. Martínez ab. Zurück fahren Busse ungefähr um 13, 16 und 18 Uhr. Alternativ könnt ihr länger zu Fuß hinabgehen; dafür empfehlen wir unbedingt offline verfügbare Wanderkarten.
- Riesenschaukel über der Stadt – Die Columpio Fantasías de Volar ist eine spektakuläre Schaukel hoch über Baños. Nach dem ersten Schwung könnt ihr die Aussicht richtig genießen. Die Aktivität kostet ungefähr 12 USD pro Person.
- Ruta de las Cascadas – Die Wasserfallroute ist vermutlich die beliebteste Aktivität der Region. Wenn ihr die Stopps in eurem eigenen Tempo genießen möchtet, mietet ein Fahrrad für ungefähr 5–10 USD pro Tag. Wir fanden gute Räder an der Oriente-Straße. Plant für den Ausflug einen ganzen Tag ein. Unterwegs könnt ihr an der Tarabita Agoyán über die Schlucht ziplinen oder mit einer gondelartigen Seilbahn fahren. Eine Fahrt kostete etwa 10 USD, zwei Fahrten 15 USD. Entlang der Strecke folgen weitere Seilbahnen und Ziplines, doch die erste bot unserer Meinung nach die beste Aussicht.
- Pailón del Diablo – Am Ende der Ruta de las Cascadas wartet dieser beeindruckende, 88 Meter hohe Wasserfall. Wer ganz nah herangeht, wird garantiert nass. Zwei Eingänge und Wege führen zu den Aussichtspunkten. Bei wenig Zeit bietet das rechte Ufer die besseren Blicke; biegt kurz vor der Brücke bei den Schildern „Entrada Nueva“ ab. Der Eintritt kostet auf beiden Seiten etwa 2 USD. Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Wasserfall farbig beleuchtet.
- Thermalbad unter dem Wasserfall – Die Termas de la Virgen sind ein beliebter Ort zur Entspannung nach einem langen Tag. Am Eingang müsst ihr für etwa 50 Cent eine Badekappe ausleihen. Es gibt drei Becken: Das große Becken auf der Terrasse hat eine angenehme Temperatur, die beiden kleineren sind extrem heiß. Der Eintritt kostet knapp 5 USD.
- Aussichtspunkte gegenüber der Casa del Árbol – Auf der anderen Talseite entstand beinahe ein Freizeitpark voller kreativer Aussichtspunkte. Die Blicke auf Baños sind wirklich schön. Eine Chiva-Tour mit einem typischen touristischen Lastwagen kostet ungefähr 5 USD. Wenn ihr sie bei derselben Firma bucht, bei der ihr Fahrräder gemietet habt, bekommt ihr möglicherweise Rabatt. Die Tour hält an mehreren Aussichtspunkten; für die einzelnen Anlagen zahlt ihr meist etwa 2 USD Eintritt. Besonders empfehlen können wir Manos de Dios.
- Brücke über den Río Pastaza – Von der großen Straßenbrücke und einer kleinen Fußgänger-Hängebrücke habt ihr eindrucksvolle Ausblicke in die dramatische Schlucht. Wer noch mehr Adrenalin sucht, kann von der Hauptbrücke einen Bungee-Sprung oder Swing ausprobieren.

10) Ruinen von Ingapirca
Auf dem Weg von Baños nach Cuenca könnt ihr die archäologische Stätte Ingapirca besuchen. Der Abstecher lässt sich an einem Tag von Riobamba mit einem Bus gegen 7:30 Uhr oder ab Baños mit einer Verbindung gegen 5 Uhr schaffen. Kauft ein Ticket nach El Tambo oder Cañar und fahrt von dort per Bus oder Taxi weiter.
Eine Führung mit einem Guide des Archäologieparks kostete etwa 2 USD. Wenn ihr nicht warten oder eine englische Führung buchen möchtet, zahlt ihr ungefähr 3,50 USD pro Person zusätzlich.

11) Cuenca
Cuenca ist ein praktischer Zwischenstopp auf dem Weg in den Cajas-Nationalpark oder zum Flughafen von Guayaquil. Die hübsche Stadt könnt ihr in ungefähr einem halben Tag erkunden. Sehenswert sind die Kathedrale, deren Dach ihr für etwa 2 USD betreten könnt, ein Spaziergang am Fluss und für Museumsfreunde das Museo Pumapungo.
Wenn ihr gern Neues probiert, könnte gebratenes Meerschweinchen euer kulinarisches Highlight in Cuenca werden. Ein Freund, der fast ein halbes Jahr in Ecuador lebte, empfahl uns Mi Escondite und Tres Estrellas. Die lateinamerikanische Spezialität hat eine knusprige Haut und zartes, an Kaninchen erinnerndes Fleisch. Ein ganzes Tier mit Beilagen kostet ungefähr 25 USD und macht zwei Personen mehr als satt.
Unterkunftstipp im Zentrum: das Hostel Check Inn.

12) Cajas-Nationalpark
Unter den Wanderungen unserer Ecuador-Reise gehört der Cajas-Nationalpark ganz nach vorn. Von Cuenca aus könnt ihr einen schönen Tagesausflug unternehmen. Der Bus fährt am Terminal Terrestre ab und kostet ungefähr 3 USD. Pro Tag dürfen nur 92 Menschen in den Park. In der Hochsaison empfiehlt sich deshalb einer der ersten Busse gegen 7 oder 8:10 Uhr. Für die Registrierung benötigt ihr euren Reisepass; ein Foto davon genügt gewöhnlich.
Ihr könnt die offizielle App des Nationalparks verwenden, aber auch andere offline verfügbare Wanderkarten reichen aus. Eine besonders schöne Tagestour kombiniert Route 2 und anschließend Route 1. Vom höchsten Punkt auf 4.295 Metern öffnen sich großartige Ausblicke auf beide Seiten des Tals mit Hunderten Seen. Im Park soll es fast 800 größere und kleinere Seen geben.
Am Ende von Route 1 müsst ihr nicht zum Besucherzentrum zurücklaufen. Geht zur Straße und haltet einen der häufig verkehrenden Busse an.
Denkt an die große Höhe: Der Nationalpark liegt rund 4.000 Meter über dem Meeresspiegel.

13) Weitere Vulkane
In Ecuador könnt ihr mehrere hohe Vulkane besteigen. Für vergletscherte Gipfel benötigt ihr einen Bergführer. Zahlreiche Veranstalter vermitteln Guides und die nötige Ausrüstung. Wegen der Höhen von etwa 5.000 bis 6.000 Metern ist eine sorgfältige Akklimatisierung unverzichtbar.
- Pichincha (4.784 m)
- Cayambe (5.790 m)
- Illiniza Norte (5.248 m)
- El Altar (5.319 m)
- Tungurahua (5.023 m)
- Sangay (5.286 m)

14) Montañita
Strandliebhaber werden Montañita mögen. Der lebhafte Küstenort ist auch ein beliebtes Ziel zum Surfen.

15) Isla de la Plata
Wenn ihr Galapagos nicht besuchen könnt, lohnt sich möglicherweise diese kleine Insel vor der ecuadorianischen Küste. Boote und Tagesausflüge bringen euch dorthin. Wegen der vielfältigen Tierwelt wird sie auch „kleines Galapagos“ genannt.

16) Galapagosinseln
Die Galapagosinseln gehören zu den absoluten Höhepunkten Ecuadors. Sie sind ein unglaubliches Tierparadies, in dem Menschen und Tiere in außergewöhnlicher Harmonie zusammenleben. Für uns war es die beste Destination zur Tierbeobachtung, die wir je besucht haben.
Perfektes Schnorcheln, Schwimmen mit Seelöwen, hundertjährige Riesenschildkröten, Pelikane am Fischmarkt von Santa Cruz und riesige Meeresschildkröten erwarten euch praktisch überall. Das Erlebnis ist tausendmal besser als jeder Zoo, denn die Tiere haben keinerlei Angst vor Menschen. Ein Seelöwe zögert nicht, euch von einer Bank zu vertreiben – und wenn er Lust hat, spielt er mit euch im Wasser.
Galapagos hat uns vollkommen begeistert und fühlt sich wie eine eigene Reise innerhalb des Ecuador-Urlaubs an.
Lest unseren vollständigen Reiseführer: Galapagos von A bis Z: praktische Tipps und schönste Orte (+ Karte).

Karte mit den schönsten Orten Ecuadors zum Herunterladen
Wir haben für euch eine detaillierte Ecuador-Karte mit allen wichtigen Orten zusammengestellt, die sich auf einer Reise durch Ecuador lohnen.
Ihr könnt die Karte exportieren und in mobile Apps wie Locus Map oder Maps.me laden. Dadurch lässt sie sich vollständig offline nutzen.
- Hier findet ihr alle unsere Karten zur Reiseplanung.

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