Banff: 35 Sehenswürdigkeiten und tolle Wanderungen (+ Karte)

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Türkisfarbene Seen, gewaltige Berggipfel, endlose Wanderwege und wilde Natur: Der Banff-Nationalpark gehört zu den schönsten Landschaften Kanadas. Wer Berge liebt, möchte diesen Ort kaum wieder verlassen.

Wir haben unsere Kanadareise lange geplant. Die besten Hinweise bekamen wir jedoch von unserem Freund Vítek, der seit acht Jahren direkt an der Grenze des Nationalparks lebt. Dank ihm entdeckten wir neben den berühmten Sehenswürdigkeiten auch ruhigere Wege, versteckte Seen und wenig bekannte Aussichtspunkte.

In diesem Reiseführer findet ihr 35 Orte und Wanderungen, die uns während eines Monats in der Region besonders begeistert haben – mit praktischen Tipps zu Anreise, Parken und Planung.

Karte der schönsten Orte und Wanderungen in Banff

Banff Sehenswürdigkeiten: die schönsten Orte

1) Lake Louise

Lake Louise ist das Sinnbild der kanadischen Wildnis: ein türkisblauer See unter dem Victoria-Gletscher. Trotz vieler Besucher lohnt sich der Stopp unbedingt. Schon wenige Schritte vom Ufer entfernt werden die Wege ruhiger.

Aktivitäten: Der Lakeshore Trail ist etwa 4 km lang. Fairview Lookout bietet auf rund 2 km einen schönen Blick auf See und Hotel. Beliebt sind außerdem Kanufahrten sowie die Wanderung über Lake Agnes und Big Beehive. Die anspruchsvollere Verlängerung zum Devil’s Thumb dauert etwa 5–6 Stunden und bietet fantastische Panoramen.

Anreise: Im Sommer ist der Parkplatz oft schon vor 6 Uhr voll und kostet ab etwa 35 CAD. Bequemer ist der Parks-Canada-Shuttle vom Park and Ride am Lake Louise Ski Resort. Reservierungen werden lange im Voraus sowie nochmals zwei Tage vorher um 8 Uhr freigeschaltet und sind schnell vergriffen.

1) Lake Louise
1) Lake Louise
1) Lake Louise
1) Lake Louise
1) Lake Louise
1) Lake Louise

2) Moraine Lake

Der intensiv blaue Moraine Lake liegt im Valley of the Ten Peaks. Den klassischen Blick bekommt ihr vom kurzen Rockpile Trail; besonders stimmungsvoll ist es früh am Morgen. Der Lakeshore Trail ist rund 3 km lang, außerdem könnt ihr ein Kanu mieten.

Eine großartige Tagestour führt über Larch Valley zum Sentinel Pass und weiter durch Paradise Valley. Rechnet mit etwa 20 km, mehr als 800 Höhenmetern und 8–9 Stunden. Seit 2023 sind Privatfahrzeuge am See verboten; ihr erreicht ihn nur per Shuttle, Fahrrad oder zu Fuß.

2) Moraine Lake
2) Moraine Lake
2) Moraine Lake
2) Moraine Lake
2) Moraine Lake

3) Peyto Lake

Peyto Lake ist für seine leuchtend türkise Farbe und seine Form bekannt, die von oben an einen Wolfskopf erinnert. Vom Parkplatz am Bow Summit führt ein kurzer, barrierearmer Weg zum Hauptaussichtspunkt. Wer dem Pfad hinter der Plattform weiter durch den Wald folgt, erreicht einen ruhigeren oberen Aussichtspunkt.

3) Peyto Lake

4) Icefields Parkway

Die 230 km lange Panoramastraße zwischen Lake Louise und Jasper gehört selbst zu den größten Erlebnissen einer Kanada-Reise. Stopps lohnen sich unter anderem am Herbert Lake, Bow Lake, Peyto Lake, Mistaya Canyon, Parker Ridge, Columbia Icefield sowie an den Athabasca Falls.

  • Tanken: Unterwegs gibt es nur die Tankstelle am Saskatchewan Crossing.
  • Verpflegung: Nehmt Essen und Wasser mit.
  • Empfang: Auf weiten Teilen gibt es kein Mobilfunksignal.
  • Zeit: Plant mindestens einen ganzen Tag ein; mit Wanderungen besser zwei Tage.
4) Icefields Parkway

5) Lake O’Hara im Yoho-Nationalpark

Lake O’Hara liegt hoch in den Bergen des Yoho-Nationalparks. Der Zugang ist streng begrenzt, wodurch die Landschaft angenehm ruhig bleibt. Autos sind verboten; der Shuttle wird jährlich per Lotterie vergeben. Alternativ könnt ihr die 11 km lange Zufahrtsstraße zu Fuß gehen und auf einen freien Platz im Rückbus hoffen. Auch eine Campingreservierung beinhaltet den Shuttle.

5) Lake O’Hara im Yoho-Nationalpark

6) Johnston Canyon und Ink Pots

Stege führen durch die enge Schlucht zu den Lower und Upper Falls. Wer weitergeht, erreicht die sieben blaugrünen Quellen der Ink Pots in einem offenen Tal. Bis dorthin sind es rund 12 km hin und zurück bei etwa 330 Höhenmetern. Das beste Licht fällt meist erst gegen Mittag in den Canyon.

6) Johnston Canyon und Ink Pots

7) Bow Lake

Bow Lake liegt direkt unter Bow Glacier und Crowfoot Mountain. Der See eignet sich für eine kurze Pause, einen Spaziergang oder ein Picknick. Die Wanderung zu den Bow Glacier Falls ist etwa 9 km lang, überwindet rund 155 Höhenmeter und dauert 2,5–3 Stunden.

7) Bow Lake

8) Saskatchewan River Crossing

Hier treffen Howse, Mistaya und North Saskatchewan River aufeinander. Neben der einzigen Tankstelle auf dem Icefields Parkway findet ihr einen kurzen Weg zu einem Aussichtspunkt über das weite Tal. Für eine Zwischenübernachtung eignet sich das The Crossing Resort.

8) Saskatchewan River Crossing

9) Parker Ridge Trail

Eine vergleichsweise kurze Wanderung mit großer Belohnung: Vom Bergrücken blickt ihr auf den Saskatchewan Glacier. Die Tour ist 5,4 km lang, hat etwa 250 Höhenmeter und dauert 1,5–2 Stunden.

9) Parker Ridge Trail

10) Mistaya Canyon

Gletscherwasser hat hier einen tiefen, engen Canyon in den Kalkstein geschnitten. Vom Parkplatz führt ein breiter Waldweg rund 50 Höhenmeter hinab. Für den etwa 1 km langen Hin- und Rückweg reichen 20–30 Minuten.

10) Mistaya Canyon

11) Columbia Icefield und Athabasca Glacier

Das Columbia Icefield ist das größte Eisfeld der kanadischen Rocky Mountains. Gegenüber dem Athabasca Glacier liegt das Discovery Centre. Ein kurzer Weg führt bis zur früheren Gletscherkante; Jahresmarkierungen zeigen eindrucksvoll seinen Rückzug. Betretet den Gletscher wegen gefährlicher Spalten niemals ohne Guide. Organisierte Ice-Explorer-Touren fahren auf einen gesicherten Teil des Eises.

11) Columbia Icefield und Athabasca Glacier

12) Vermilion Lakes

Die drei flachen Seen westlich von Banff spiegeln Mount Rundle und sind besonders bei Sonnenaufgang ein Traum für Fotografen. Die etwa 4 km lange Vermilion Lakes Drive ist ideal zum Spazierengehen und Radfahren; für Autos endet sie als Sackgasse.

12) Vermilion Lakes

13) Lake Minnewanka

Der 21 km lange Lake Minnewanka ist der größte See im Banff-Nationalpark. Unter der Wasseroberfläche liegen Reste des 1941 überfluteten Ortes Minnewanka Landing. Ihr könnt eine einstündige Bootsfahrt unternehmen, am Ufer picknicken oder dem bis zu 24 km langen Lake Minnewanka Trail folgen. Beachtet aktuelle Sperrungen wegen Bären.

13) Lake Minnewanka

14) Tunnel Mountain

Der 1.692 m hohe Hausberg von Banff bietet ein Panorama über Stadt, Bow River und Mount Rundle. Die anfängerfreundliche Tour ist 4,3 km lang, hat rund 260 Höhenmeter und dauert etwa 1,5 Stunden.

14) Tunnel Mountain

15) Banff

Das lebhafte Bergstädtchen bietet Restaurants, Cafés, Galerien, Museen und Thermalbäder. Als Unterkünfte kommen unter anderem Irwin’s Mountain Inn, Red Carpet Inn und die familienfreundlichen Douglas Fir Resort & Chalets infrage. Für einen besonderen Aufenthalt ist das historische Fairmont Banff Springs die bekannteste Adresse.

15) Banff

16) Sulphur Mountain und Banff Gondola

Vom 2.281 m hohen Sulphur Mountain reicht der 360-Grad-Blick über Bow Valley, Mount Rundle und Vermilion Lakes. Ihr erreicht den Gipfel zu Fuß oder in rund acht Minuten mit der Banff Gondola. Oben warten Aussichtsterrassen, ein Holzsteg, Ausstellungen und Gastronomie.

17) Canmore, Engine Bridge und Three Sisters

Canmore liegt nur 20 Minuten von Banff entfernt und wirkt ruhiger und authentischer. Ein schöner Spaziergang verbindet die historische Engine Bridge mit einem Blick auf die Three Sisters. Hier könnt ihr außerdem noch zu normalen Preisen Vorräte einkaufen.

17) Canmore, Engine Bridge und Three Sisters

18) Quarry Lake

Der aus einem ehemaligen Steinbruch entstandene See bietet ein herrliches Panorama der Three Sisters. Im Sommer eignet er sich zum Baden, Picknicken und Paddeln, im Winter für Spaziergänge und Langlauf.

18) Quarry Lake

19) Rafting auf dem Kananaskis River

Die Stromschnellen der Klassen II–III sind auch für Einsteiger und Familien geeignet. Das Erlebnis dauert 3,5–4 Stunden, davon etwa 1,5–2 Stunden auf dem Wasser. Neoprenanzug, Helm, Schuhe und Schwimmweste werden gestellt.

19) Rafting auf dem Kananaskis River

20) Banff Upper Hot Springs

Die historischen Thermalbäder liegen am Hang des Sulphur Mountain. Seit dem 19. Jahrhundert baden Besucher hier in natürlichem Mineralwasser. Die Anlage ist leicht erreichbar, allerdings oft sehr voll und wegen des Außenbeckens nicht unbedingt die beste Wahl bei Regen.

20) Banff Upper Hot Springs

21) Cave and Basin National Historic Site

Die 1883 entdeckten heißen Quellen gaben den Anstoß zur Gründung des ersten kanadischen Nationalparks. Heute besucht ihr die ursprüngliche Höhle und erfahrt mehr über Natur, Geschichte und Naturschutz.

22) Bow Glacier Falls

Die Wasserfälle stürzen vom Bow Glacier in Richtung Bow Lake. Der 9 km lange Weg beginnt am Num-Ti-Jah Lodge, folgt zunächst dem Seeufer und führt dann durch das Tal. Rechnet mit 150 Höhenmetern und 2,5–3,5 Stunden.

22) Bow Glacier Falls

23) Weeping Wall Viewpoint

Über die dramatische Felswand laufen viele dünne Wasserfälle, als würde sie weinen. Die Attraktion ist direkt vom Icefields Parkway sichtbar und wirkt im Frühling und Sommer besonders eindrucksvoll.

24) Tito’s Castle Mountain Viewpoint

Dieser inoffizielle Fotospot rahmt Castle Mountain perfekt mit dem Bow River ein. Ein kurzer Spaziergang über die Brücke eröffnet weitere Perspektiven; achtet dabei unbedingt auf den Verkehr.

24) Tito’s Castle Mountain Viewpoint

25) Morant’s Curve

Die berühmte Eisenbahnkurve wurde durch den Fotografen Nicholas Morant bekannt. Mit einem langen Güterzug vor den Rocky Mountains entsteht das klassische Motiv. Es gibt keinen Fahrplan; wartet am besten morgens oder nachmittags etwa 30–60 Minuten.

25) Morant’s Curve

26) Marble Canyon im Kootenay-Nationalpark

Tokumm Creek hat eine bis zu 40 m tiefe Schlucht in den Kalkstein gegraben. Holzbrücken und Aussichtspunkte führen über das tosende Wasser. Der kurze, einfache Spaziergang liegt etwa 30 Fahrminuten südlich von Banff an Highway 93.

26) Marble Canyon im Kootenay-Nationalpark

27) Emerald Lake im Yoho-Nationalpark

Die grün-blaue Farbe und die Kulisse von Mount Burgess machen Emerald Lake zu einem der fotogensten Seen Kanadas. Ihr könnt am Ufer spazieren, paddeln oder mit Aussicht essen. Von Lake Louise dauert die Fahrt etwa 40 Minuten. Der kostenlose Parkplatz füllt sich schnell.

27) Emerald Lake im Yoho-Nationalpark

28) Spiral Tunnel Viewpoint

Die beiden spiralförmigen Eisenbahntunnel lösten das Problem der starken Steigung am Kicking Horse Pass. Vom Aussichtspunkt seht ihr mit etwas Glück einen langen Zug gleichzeitig auf mehreren Ebenen im Berg und im Tal. Die besten Chancen bestehen morgens und nachmittags.

28) Spiral Tunnel Viewpoint

Die schönsten Wanderungen in Banff

1) Devil’s Thumb und The Beehive

Unser Favorit führt vom Lake Louise über Mirror Lake und Lake Agnes zum Big Beehive und weiter auf den Devil’s Thumb. Von oben seht ihr Bow Valley, Lake Louise und Victoria Glacier. Der Rundweg ist 13–14 km lang, hat etwa 900 Höhenmeter und dauert 5–7 Stunden.

1) Devil’s Thumb und The Beehive

2) Cirque Peak

Der Weg verläuft am Helen Lake vorbei durch Blumenwiesen und steigt dann über den Grat zum 2.993 m hohen Cirque Peak. Oben reicht der Blick bis zum Wapta Icefield. Die Tour umfasst rund 15 km, 1.000 Höhenmeter und 5–7 Stunden.

2) Cirque Peak

3) The Onion

Diese anspruchsvolle Tour führt vom Bow Lake über Bow Glacier Falls bis zum etwa 2.780 m hohen Gipfel The Onion. Plant 18–20 km, 900–1.000 Höhenmeter und 6–8 Stunden ein.

3) The Onion

4) Larch Valley und Sentinel Pass

Vom Moraine Lake steigt ihr durch das Lärchental zu den Minnestimma Lakes und weiter zum 2.611 m hohen Sentinel Pass. Die 11,6 km lange Tour hat etwa 800 Höhenmeter und dauert 4–6 Stunden. Alternativ könnt ihr durch Paradise Valley weitergehen.

4) Larch Valley und Sentinel Pass

5) Wilcox Pass Trail

Vom Wilcox Creek Campground steigt der Weg schnell über die Baumgrenze. Auf den Alpwiesen leben häufig Dickhornschafe; Aussichtspunkte zeigen Athabasca Glacier und Snow Dome. Rechnet mit 8–9 km, 400 Höhenmetern und 2,5–4 Stunden.

6) Cory Pass und Mt. Edith Circuit

Der schwierige Rundweg verläuft zwischen Mount Edith und Mount Cory und bietet weite Blicke über Bow Valley. Die Tour ist 13–14 km lang, überwindet etwa 1.000 Höhenmeter und dauert 5–7 Stunden. Geht sie im Uhrzeigersinn und nehmt genug Wasser sowie eine Offline-Karte mit.

6) Cory Pass und Mt. Edith Circuit

7) Bourgeau Lake und Harvey Pass

Der Weg führt durch Wald und alpine Wiesen zum klaren Bourgeau Lake. Wer noch Kraft hat, steigt bis Harvey Pass weiter und blickt auf Mount Assiniboine. Bis zum Pass sind es rund 15 km, 950 Höhenmeter und 5–7 Stunden.

Anreise und Planung für den Banff-Nationalpark

Anreise über Calgary

Die meisten Reisenden fliegen nach Calgary. Von dort sind es etwa 130 km beziehungsweise 1,5 Stunden über den Trans-Canada Highway nach Banff. Ein Mietwagen ist für Seen, Wanderungen und abgelegene Orte sehr hilfreich. Flüge von deutschen Flughäfen können günstiger sein; vergleicht verschiedene Abflugorte.

Eintritt und Reisedauer

Für den Nationalpark benötigt ihr einen Discovery Pass, der auch für Jasper, Yoho und Kootenay gilt. Für eine ausführliche Reise empfehlen wir etwa zehn Tage. Die stabilste Reisezeit mit etwas weniger Besuchern und geringerem Waldbrandrisiko ist häufig der September.

Unterkunft und Camping

In der Hauptsaison von Juni bis September solltet ihr Monate im Voraus buchen. Banff ist ein zentraler Ausgangspunkt, Canmore meist günstiger und ruhiger, Lake Louise liegt näher an vielen Seen und Wanderwegen. Campingplätze reserviert ihr über Parks Canada; praktisch ist eine Kombination aus Tunnel Mountain, Johnston Canyon und Lake Louise.

Mietwagen und Einkaufen

Reserviert den Mietwagen möglichst früh am Flughafen Calgary. Lebensmittel und Gaskartuschen sind in Calgary, etwa bei Walmart, am günstigsten. Auch Canmore ist noch bezahlbar; in Lake Louise steigen die Preise deutlich.

Wildtiere und Sicherheit

Mit etwas Glück seht ihr Grizzlys, Schwarzbären, Wapitis, Elche, Dickhornschafe, Bergziegen, Adler oder Füchse. Füttert Tiere niemals und haltet mindestens 30 m Abstand zu Hirschen sowie 100 m zu Bären. Auf weniger besuchten Wanderwegen gehört Bärenspray griffbereit zur Ausrüstung.

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Anreise und Planung für den Banff-Nationalpark
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