Albanien ist ein Land, das euch auf Schritt und Tritt überraschen wird. Statt überfüllter Ferienorte findet ihr hier unberührte Strände, glasklares Meer und Berge, die einem den Atem rauben. Die „Verwunschenen Berge“ gehören zu den schönsten in Europa, während euch im Süden die Albanische Riviera mit versteckten Buchten erwartet, in denen ihr das Gefühl habt, ein kleines Paradies ganz für euch entdeckt zu haben. Dazu kommt eine einzigartige Mischung aus antiken Sehenswürdigkeiten, osmanischer Architektur und Tausenden Betonbunkern, die an die bewegte Geschichte des Landes erinnern.
Albanien war lange ein verborgenes Geheimnis des Balkans, doch heute öffnet es sich Reisenden, die sich nach authentischen Erlebnissen, Abenteuer und der Gastfreundschaft der Einheimischen sehnen. Wir haben für euch einen Guide mit 45 Orten zusammengestellt, die euch das Beste zeigen, was dieses Land zu bieten hat – von den Bergen bis ans Meer.
Was sehen in Albanien – Karte
UNESCO-Städte und antike Schätze Albaniens
1. Berat – Stadt der tausend Fenster
Eine der schönsten und ältesten Städte Albaniens und Teil des UNESCO-Welterbes. Berühmt ist sie für ihre weißen osmanischen Häuser, die sich den steilen Hang hinauf zur Burg ziehen und deren dunkle Fenster aus der Ferne wie tausend Augen wirken. Die Stadt wird vom Fluss Osum in das christliche Viertel Gorica und das muslimische Viertel Mangalem geteilt.
Praktischer Tipp: Steigt hinauf zur Burgfestung Kala. Innerhalb der Mauern leben bis heute Menschen, außerdem findet ihr hier byzantinische Kirchlein und vor allem einen fantastischen Blick auf die ganze Stadt und die umliegenden Berge.

2. Gjirokastër – Stadt aus Stein
Ein weiteres Juwel auf der UNESCO-Liste, bekannt als „Steinstadt“. Über ihr thront eine mächtige Festung, und ihren Charakter prägen einzigartige Steinhäuser mit Schieferdächern, die an kleine Burgen erinnern. Gjirokastër ist die Geburtsstadt des Schriftstellers Ismail Kadare und des Diktators Enver Hoxha.
Praktischer Tipp: Besucht das traditionelle Skenduli-Haus, wo euch die Besitzer eine faszinierende Führung geben und erklären, wie das Leben in diesen einzigartigen Gebäuden funktionierte.

3. Butrint – Spiegel der Geschichte
Die bedeutendste archäologische Stätte Albaniens und UNESCO-Welterbe. Dieser Nationalpark führt euch an einem einzigen Ort durch 2500 Jahre Geschichte. Ihr spaziert hier zwischen den Ruinen eines griechischen Theaters, eines römischen Forums, einer frühchristlichen Basilika und einer venezianischen Festung. Das gesamte Areal ist von wunderschöner Natur und einer Lagune umgeben.
Praktischer Tipp: Kommt früh am Morgen, bevor die Touristenmassen aus Saranda und Korfu eintreffen. Dann habt ihr diesen magischen Ort fast für euch allein.

4. Apollonia – Stadt der Sonne
Weitläufige und beeindruckende Ruinen einer antiken Stadt, die von den Griechen zu Ehren des Gottes Apollon gegründet wurde. Zu ihrer Zeit war sie ein wichtiges Kultur- und Handelszentrum; sogar der spätere römische Kaiser Augustus studierte hier. Heute könnt ihr die Überreste eines Tempels, einer Bibliothek, eines Theaters und einer monumentalen Säulenhalle bewundern.
Praktischer Tipp: Das Areal ist riesig und weniger besucht als Butrint. Es ist der ideale Ort für einen ruhigen Spaziergang durch die Geschichte mit wunderschönen Ausblicken in die Landschaft.

Albanische Riviera: Strände und Küste
5. Ksamil und seine Inselchen
Das südlichste und exotischste Juwel der Albanischen Riviera, oft auch „Ionische Perle“ genannt. Ksamil bietet Strände mit weißem Sand und unglaublich türkisfarbenem Wasser, das an die Karibik erinnert. Von der Küste könnt ihr euch mit einem kleinen Boot zu einer der drei bewaldeten Inselchen bringen lassen.
Praktischer Tipp: In der Hochsaison (Juli, August) ist Ksamil extrem voll. Für ein entspannteres Erlebnis besucht ihr den Ort am besten im Juni oder im September.

6. Saranda – Tor zur Riviera
Eine lebendige und geschäftige Stadt, die das wichtigste Zentrum Südalbaniens ist. Sie ist der ideale Ausgangspunkt für Ausflüge nach Butrint, Gjirokastër oder zu den umliegenden Stränden. Die Promenade ist voller Restaurants, Bars und Hotels, und nachts ist hier richtig etwas los.
Praktischer Tipp: Über der Stadt erhebt sich die Burg Lëkurësi. Geht dort zum Abendessen oder auf einen Drink bei Sonnenuntergang hin – der Blick auf Saranda und das gegenüberliegende Korfu ist unvergesslich.

7. Gjipe-Strand – Verstecktes Paradies
Einer der schönsten und dramatischsten Strände Albaniens, versteckt am Ende eines tiefen Canyons. Er ist entweder mit dem Boot oder über eine etwa 30-minütige Wanderung erreichbar. Belohnt werdet ihr mit einem wunderschönen Kiesstrand, hohen Felsen ringsum und kristallklarem Wasser.
Praktischer Tipp: Wenn ihr mit dem Auto kommt, müsst ihr parken und den Rest zu Fuß gehen. Nehmt ausreichend Wasser und Essen mit, denn die Infrastruktur ist hier sehr begrenzt.

8. Dhërmi und sein altes Dorf
Ein eleganter Ferienort, der besonders bei der albanischen Oberschicht beliebt ist. Er bietet einen langen Kiesstrand mit türkisfarbenem Wasser und vielen stilvollen Beachbars. Vergesst nicht, in das alte Dorf auf dem Hügel hinaufzusteigen – dort erwarten euch Steinhäuser, kleine Kirchen und ein großartiger Blick aufs Meer.
Praktischer Tipp: Einer der schönsten Strände in der Umgebung ist Drymades, nur ein kurzes Stück von Dhërmi entfernt und meist etwas ruhiger.

9. Himara
Eine angenehme und entspannte Küstenstadt mit griechischer Minderheit, die sich hervorragend als Basis eignet, um die umliegenden Strände zu entdecken. Himara bietet einen schönen Stadtstrand und eine Promenade, doch der größte Reiz liegt in der authentischen Atmosphäre und den ausgezeichneten Fisch-Tavernen.
Praktischer Tipp: Erkundet die alte Burg und das Dorf Himara (Kastro) auf dem Hügel über der Stadt. Es ist ein Ort mit Seele und wunderschönen Ausblicken.

10. Borsh-Strand – Endlose Entspannung
Der längste zusammenhängende Strandabschnitt an der albanischen Küste (über 7 km). Dank seiner Länge ist es hier nie wirklich überfüllt. Der Strand wird von Olivenhainen gesäumt und bietet viel Platz für ruhige Erholung und Entspannung.
Praktischer Tipp: Direkt am Strand findet ihr mehrere einfache Restaurants und Bars. Ideal, wenn ihr Ruhe und viel Platz sucht.

11. Burg Porto Palermo und ihre Bucht
Eine kleine dreieckige Burg, die Ali Pascha von Tepelena auf einer kleinen Halbinsel in einer malerischen Bucht errichten ließ. Die Burg ist von Legenden umgeben, und von ihrem Dach habt ihr herrliche Ausblicke. In der Bucht befand sich außerdem einst eine geheime U-Boot-Basis.
Praktischer Tipp: Ihr könnt die Burg auf eigene Faust erkunden. Die Bucht darunter ist ein wunderbarer Ort für ein ruhiges Bad.

12. Llogara-Pass
Ein atemberaubender Gebirgspass, der das Ionische vom Adriatischen Meer trennt und aus dem Norden kommend das Tor zur Albanischen Riviera bildet. Die Straße windet sich auf über 1000 Meter Höhe hinauf und bietet absolut spektakuläre Ausblicke auf die Küste tief unter euch.
Praktischer Tipp: Haltet an der Aussichtsplattform oben auf dem Pass. Sie ist außerdem ein beliebter Startpunkt fürs Paragliding.

13. Halbinsel Karaburun
Die größte Halbinsel Albaniens war jahrzehntelang eine geschlossene Militärzone. Heute ist sie ein nationaler Meerespark mit unberührter Natur und versteckten Stränden. Am besten entdeckt ihr sie im Rahmen einer organisierten Bootstour ab Vlora.
Praktischer Tipp: Eine Bootstour umfasst oft den Besuch der Haxhi-Ali-Höhle und Badepausen an Stränden, die nur vom Meer aus erreichbar sind.

Albanische Alpen (Prokletije): Wilde Schönheit des Nordens
14. Dorf Theth
Das Herz der Albanischen Alpen. Dieses abgelegene Bergdorf im Nationalpark ist ein Paradies für Wanderer und Naturliebhaber. Es ist von dramatischen Kalksteinspitzen umgeben und Ausgangspunkt für viele Touren. Wahrzeichen des Dorfes sind die malerische kleine Kirche und der Wehrturm „Kulla“.
Praktischer Tipp: Die Anreise nach Theth ist anspruchsvoll und erfordert ein 4×4-Auto oder die Nutzung lokaler Transportmittel. Übernachtet am besten in einem traditionellen Guesthouse, wo ihr die herzliche Gastfreundschaft der Einheimischen erlebt.

15. Wanderung von Theth nach Valbona
Die berühmteste und schönste Bergwanderung in Albanien. Der Weg über den Valbona-Pass (ca. 6–8 Stunden) führt euch durch die atemberaubende Landschaft der Verwunschenen Berge. Es ist eine anspruchsvolle, aber unvergessliche Erfahrung und für viele das Highlight jeder Reise in den Norden.
Praktischer Tipp: Die Wanderung wird normalerweise in eine Richtung gegangen. Ihr müsst den Transport zum Startpunkt und vom Ende des Treks sowie Übernachtungen in beiden Dörfern organisieren.

16. Blaues Auge von Theth (Syri i Kaltër)
Verwechselt es nicht mit seinem berühmteren Namensvetter im Süden. Dieses „Blaue Auge“ ist eine eiskalte Quelle mit Wasserfall, versteckt in den Bergen bei Theth. Das Wasser ist unglaublich blau und klar – aber auch eiskalt. Der Weg dorthin ist eine angenehme Wanderung vom Dorf aus.
Praktischer Tipp: Zu Fuß dauert der Weg von Theth etwa 3–4 Stunden. Ihr könnt auch einen lokalen Jeep mieten, der euch näher heranbringt und den Fußweg verkürzt.

17. Wasserfall Grunas
Ein weiteres Naturjuwel in der Umgebung von Theth. Der beeindruckende Wasserfall stürzt aus 30 Metern Höhe in ein Felsbecken. Der Weg vom Dorfzentrum ist einfach und dauert etwa 45 Minuten. Ein ideales Ziel für einen kürzeren Nachmittagsspaziergang.
Praktischer Tipp: Im Sommer ist das ein toller Ort für eine Erfrischung, auch wenn das Wasser sehr kalt ist.

18. Bootsfahrt auf dem Koman-See
Oft als eine der schönsten Fährfahrten der Welt beschrieben. Die Fahrt über den schmalen, fjordähnlichen See, der durch die Aufstauung des Drin-Flusses entstand, führt euch zwischen steilen und dramatischen Bergen hindurch. Sie ist eine wichtige Verkehrsverbindung zwischen Shkodra und Valbona.
Praktischer Tipp: Ihr könnt mit der großen Fähre fahren (auch mit Auto) oder kleinere Passagierboote wählen, die ein persönlicheres Erlebnis bieten. Reserviert eure Tickets im Voraus.

19. Valbona-Tal
Das Schwestertal von Theth auf der anderen Seite der Berge. Es ist breiter und offener, aber genauso dramatisch. Auch hier habt ihr einen großartigen Ausgangspunkt für Wanderungen in die umliegenden Berge – und den Endpunkt des berühmten Treks.
Praktischer Tipp: Nach Valbona gelangt ihr mit einer Kombination aus Bus und Fähre über den Koman-See. Es ist eine ganztägige, aber wunderschöne Reise.

Hauptstadt und kulturelle Zentren
20. Tirana – Das pulsierende Herz Albaniens
Eine lebendige und farbenfrohe Hauptstadt, die eine unglaubliche Verwandlung durchgemacht hat. Graue kommunistische Wohnblöcke wurden bunt gestrichen, und die Stadt ist voller moderner Cafés, Bars und Parks. Das Zentrum bildet der Skanderbeg-Platz mit dem Nationalen Historischen Museum.
Praktischer Tipp: Erkundet das Viertel Blloku. Früher war es der kommunistischen Elite vorbehalten, heute ist es der trendigste und lebendigste Teil der Stadt mit vielen Bars und Restaurants.

21. Bunk’Art 1 & 2
Zwei riesige Atombunker, die während des kommunistischen Regimes von Enver Hoxha gebaut wurden, sind heute einzigartige Museen. Bunk’Art 1 am Stadtrand ist ein gewaltiger Fünf-Sterne-Bunker für die Regierungselite, Bunk’Art 2 im Zentrum wurde für das Innenministerium errichtet. Die Ausstellungen dokumentieren die moderne Geschichte Albaniens.
Praktischer Tipp: Der Besuch von Bunk’Art 1 ist das intensivere Erlebnis, weil ihr durch ein riesiges unterirdisches Labyrinth spaziert.


22. Pyramide von Tirana
Ein bizarres und ikonisches Bauwerk, ursprünglich als Museum für den Diktator Enver Hoxha errichtet. Nach dem Fall des Kommunismus verfiel es und wurde zu einem Symbol der Vergangenheit, auf dem die lokale Jugend herumkletterte. Heute wird es renoviert und in ein modernes Technologiezentrum umgewandelt.
Praktischer Tipp: Auch während der Renovierung ist es ein faszinierender Anblick und zeigt, wie sich die Stadt verändert und mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt.

23. Seilbahn Dajti Ekspres
Die längste Seilbahn des Balkans bringt euch in 15 Minuten von einem Vorort Tiranas auf den Gipfel des Dajti. Aus 1613 Metern Höhe eröffnet sich ein fantastischer Panoramablick über die ganze Stadt und die umliegende Landschaft. Oben findet ihr Restaurants und Möglichkeiten für leichte Wanderungen.
Praktischer Tipp: Perfekt, um der Sommerhitze in der Stadt zu entkommen. Prüft die Öffnungszeiten, besonders außerhalb der Saison.

24. Shkodra – Die kulturelle Seele des Nordens
Eine der ältesten Städte Albaniens, gelegen am Skutarisee. Sie gilt als kulturelles Zentrum des Nordens und ist bekannt für ihre entspannte Atmosphäre und Fahrradkultur. Über der Stadt thront die mächtige Festung Rozafa mit atemberaubenden Ausblicken.
Praktischer Tipp: Besucht das Marubi-Fotomuseum, das eine faszinierende Fotosammlung beherbergt und das albanische Leben seit 1856 dokumentiert.

25. Burg Rozafa
Eine sagenumwobene Festung auf einem Hügel über Shkodra. Sie bietet einen beeindruckenden 360-Grad-Blick auf den Zusammenfluss dreier Flüsse, den Skutarisee und die Stadt. Der Legende nach musste eine junge Frau in die Fundamente der Burg eingemauert werden, damit die Mauern nicht einstürzen.
Praktischer Tipp: Die beste Zeit für einen Besuch ist der späte Nachmittag, wenn das Licht eine magische Atmosphäre schafft.

26. Kruja – Stadt des Nationalhelden
Eine historische Stadt am Berghang, untrennbar verbunden mit dem albanischen Nationalhelden Skanderbeg, der von hier aus im 15. Jahrhundert den Widerstand gegen das Osmanische Reich anführte. Wahrzeichen sind die Burg mit Museum und der alte türkische Basar, der euch um Jahrhunderte zurückversetzt.
Praktischer Tipp: Der alte Basar (Derexhiku) ist der ideale Ort, um traditionelle Handwerksprodukte und Souvenirs zu kaufen. Habt keine Scheu zu handeln.

27. Korçë – Das kleine Paris Albaniens
Eine elegante Stadt im Südosten des Landes, bekannt für Kultur, Serenaden und ihre Brauerei. Sie hat einen wunderschön restaurierten alten Basar (Pazari i Vjetër) voller Cafés und Restaurants, eine imposante orthodoxe Kathedrale und ein hervorragendes Museum für mittelalterliche Kunst.
Praktischer Tipp: Macht einen Stopp in der lokalen Brauerei und probiert Korça-Bier, eines der bekanntesten Biere Albaniens.

Naturwunder und Seen
28. Blaues Auge (Syri i Kaltër)
Eine magische und geheimnisvolle Karstquelle, aus der Wasser aus mehr als 50 Metern Tiefe in unglaublichen Blau- und Grüntönen hervorquillt. Das sprudelnde Wasser in der Mitte der Quelle erinnert an die Pupille eines Auges. Das Wasser ist kristallklar, aber eiskalt (etwa 10 °C).
Praktischer Tipp: Der Ort liegt zwischen Saranda und Gjirokastër. Baden ist offiziell verboten, aber viele können der Versuchung nicht widerstehen.

29. Osum-Flussschlucht und Rafting
Eine der schönsten Flussschluchten Europas, oft auch „albanischer Grand Canyon“ genannt. Im Frühling, wenn der Fluss am meisten Wasser führt, ist sie ein fantastischer Ort zum Rafting. Den Rest des Jahres könnt ihr die Schlucht zu Fuß erkunden.
Praktischer Tipp: Rafting-Touren werden von der Stadt Berat aus organisiert. Es ist ein adrenalingeladenes Erlebnis in wunderschöner Landschaft, das wir absolut empfehlen: wirklich ein großartiges Erlebnis, hier buchen.

30. Thermalquellen Benja (Banjat e Bënjës)
Natürliche heiße Quellen mit heilendem Schwefelwasser, das in mehrere Außenbecken fließt. Das Wahrzeichen des Ortes ist die alte osmanische Steinbrücke Kadiut, die sich über den Fluss spannt. Ein idealer Ort zum Entspannen in wunderschöner Natur.
Praktischer Tipp: Der Ort liegt in der Nähe der Stadt Përmet. Der Eintritt ist kostenlos. Dem Schlamm aus den Quellen wird eine heilende Wirkung auf die Haut nachgesagt.

31. Skutarisee
Der größte See der Balkanhalbinsel, den sich Albanien mit Montenegro teilt. Die albanische Seite ist ruhiger und weniger touristisch. Sie ist ein Paradies für Vogelbeobachter (hier leben auch Pelikane) und für entspannte Bootsfahrten.
Praktischer Tipp: Macht eine Bootstour von den Dörfern Shiroka oder Zogaj aus. Ihr entdeckt versteckte Buchten und bekommt einen Einblick in das Leben der Fischer.

32. Ohridsee und Dorf Lin
Einer der ältesten und tiefsten Seen Europas (UNESCO), den sich Albanien mit Nordmazedonien teilt. Auf der albanischen Seite solltet ihr die Stadt Pogradec und vor allem das malerische Fischerdorf Lin auf einer kleinen Halbinsel besuchen, wo ihr Überreste einer frühchristlichen Basilika findet.
Praktischer Tipp: Probiert die endemische Ohridforelle (Koran) in einem der Restaurants direkt am Seeufer.

33. Fluss Vjosa – Der letzte wilde Fluss Europas
Der gesamte Verlauf der Vjosa auf albanischem Gebiet wurde kürzlich zum Nationalpark erklärt – damit ist sie der erste Fluss-Nationalpark Europas. Ihr Lauf ist ungezähmt und schafft eine wunderschöne Landschaft voller Mäander und Kiesinseln.
Praktischer Tipp: Die Gegend rund um den Fluss eignet sich ideal für leichte Wanderungen und zum Entdecken des authentischen Landlebens.

Kultur, Traditionen und Erlebnisse
34. Allgegenwärtige Bunker
Über ganz Albanien verteilt stehen Hunderttausende Betonbunker, die Diktator Enver Hoxha aus Angst vor einer Invasion bauen ließ. Heute sind sie eine bizarre Erinnerung an ein paranoides Regime. Einige sind bemalt, andere dienen als Lager – oder sogar als originelle Cafés.
Praktischer Tipp: Ihr müsst sie nicht suchen, sie finden euch. Sie sind überall – an Stränden, in den Bergen und in Städten. Bunker zu fotografieren ist unter Reisenden fast schon ein Nationalsport.

35. Kaffeekultur
Albaner lieben Kaffee. Cafés gibt es überall, und sie sind das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens. Einen Espresso (ekspres) oder Macchiato zu trinken und das Treiben auf der Straße zu beobachten, ist ein tägliches Ritual. Eine wunderbare Art, die lokale Atmosphäre aufzusaugen.
Praktischer Tipp: Nehmt euch Zeit. Niemand wird euch wegschicken, selbst wenn ihr eine Stunde lang nur einen Kaffee trinkt.

36. Byrek und weiteres Street Food
Albanisches Street Food ist günstig und köstlich. Der absolute Klassiker ist Byrek – ein Gebäck aus dünnem Filoteig, gefüllt mit Käse (gjizë), Hackfleisch (mish) oder Spinat (spinaq). Verkauft wird er in kleinen Bäckereien an fast jeder Ecke.
Praktischer Tipp: Perfekt zum Frühstück oder als schneller Snack. Probiert ihn mit Dhallë, einem salzigen Joghurtgetränk.

37. Raki-Verkostung
Ein traditioneller und sehr starker Schnaps aus Trauben (oder anderem Obst), der als Symbol albanischer Gastfreundschaft gilt. Wenn euch Einheimische auf ein „gotë raki“ einladen, wäre es unhöflich abzulehnen. Getrunken wird langsam, in kleinen Schlucken.
Praktischer Tipp: Wahrscheinlich wird er euch bei fast jeder Gelegenheit angeboten. Trinkt verantwortungsvoll – er ist wirklich stark. „Gëzuar!“ bedeutet „Prost!“.

38. Xhiro – abendliche Promenade
Eine ungeschriebene Tradition und ein wichtiger Teil des sozialen Lebens. Nach Sonnenuntergang machen sich ganze Städte und Dörfer zum Abendspaziergang (xhiro) auf. Menschen treffen sich, plaudern und flanieren über die Hauptstraßen. Ein wunderschöner Einblick in das Gemeinschaftsleben.
Praktischer Tipp: Schließt euch einfach an. Es ist die beste Art, authentische Atmosphäre zu erleben und zu sehen, wie die Stadt lebendig wird.
39. Lezhë und Skanderbegs Mausoleum
Eine historische Stadt, in der die Liga von Lezhë gegründet wurde – ein Bündnis albanischer Fürsten gegen die Osmanen. In den Ruinen der Kathedrale des heiligen Nikolaus befindet sich das Mausoleum des Nationalhelden Skanderbeg, der hier begraben liegt.
Praktischer Tipp: Für Albaner ist es ein wichtiger Pilgerort und zugleich ein interessanter historischer Stopp auf dem Weg vom Norden nach Tirana.
40. Tave Kosi – Nationalgericht
Eines der bekanntesten und leckersten Gerichte Albaniens. Es handelt sich um gebackenes Lammfleisch (oder Hähnchen) in einer dicken Sauce aus Joghurt und Eiern, die an ein Soufflé erinnert. Ein herzhaftes und unglaublich köstliches Essen.
Praktischer Tipp: Sucht nach Restaurants, die sich auf traditionelle Küche (kuzhina tradicionale) spezialisiert haben.

41. Städtischer Markt (Pazar)
Jede größere Stadt hat ihren Markt. Er ist das pulsierende Herz der Stadt, wo ihr frisches Obst und Gemüse, lokale Käsesorten, Honig, Olivenöl und die echte, unverfälschte Atmosphäre findet.
Praktischer Tipp: Geht am Vormittag hin, wenn am meisten los ist. Es ist ein großartiger Ort, um essbare Souvenirs zu kaufen.

42. Strand und Kloster Zvërnec
Unweit der Stadt Vlora liegt in der Narta-Lagune eine kleine Insel mit dem byzantinischen Kloster Zvërnec aus dem 13. Jahrhundert. Eine lange, fotogene Holzbrücke führt zur Insel. Der Ort ist von Pinienwald umgeben und hat eine magische, ruhige Atmosphäre.
Praktischer Tipp: Ein ideales Ziel für einen Halbtagesausflug ab Vlora, der Natur, Geschichte und Spiritualität verbindet.

43. Stadt Përmet – Stadt der Rosen
Eine angenehme und ruhige Stadt am Ufer der Vjosa, bekannt für Rosen, Wein und eine starke kulinarische Tradition (probiert gliko, eingelegtes Obst). Sie ist ein großartiger Ausgangspunkt, um die umliegende Natur zu entdecken, einschließlich der Thermalquellen von Benja.
Praktischer Tipp: Macht einen Stopp am großen Felsen (Guri i Qytetit), dem Wahrzeichen der Stadt, der einen schönen Ausblick bietet.
44. Insel Sazan
Die größte Insel Albaniens war jahrzehntelang eine streng bewachte Militärbasis mit einem dichten Netz aus Bunkern und Tunneln. Heute ist die Insel für Touristen geöffnet und bietet eine einzigartige Kombination aus Militärgeschichte und unberührter Natur.
Praktischer Tipp: Auf die Insel kommt ihr nur im Rahmen einer organisierten Bootstour ab Vlora, oft kombiniert mit einem Besuch der Karaburun-Halbinsel.

Wo in Albanien übernachten
Unterkünfte in Albanien sind vielfältig und vor allem sehr preiswert. Entscheidend ist, die richtige Basis danach auszuwählen, was ihr entdecken möchtet.
Albanische Riviera – Für Strandliebhaber
Wenn euer Ziel das Meer ist, übernachtet am besten im Süden. Saranda ist ein lebendiges Zentrum mit kompletter Infrastruktur. Ksamil bietet Karibik-Feeling, ist im Sommer aber sehr voll. Für einen ruhigeren Urlaub wählt Himara oder Dhërmi, die sich perfekt als Ausgangspunkt zum Entdecken der umliegenden Strände eignen. In Himara solltet ihr euch unbedingt Brb rooms oder Mediterranean Apartments ansehen, in Saranda dann Apart-Hotel Lili2.
Historische Städte – Für Kultur- und UNESCO-Fans
Wenn ihr Geschichte hautnah erleben möchtet, übernachtet direkt in den historischen Zentren. In Berat und Gjirokastër findet ihr wunderschöne Boutique-Hotels und Pensionen in traditionellen osmanischen Häusern – schon das ist ein Erlebnis für sich. Zum Beispiel das absolut traumhafte The Stone Sky Hotel oder das luxuriöse Schlosshotel zum Schnäppchenpreis Berati Castle Hotel.
Albanische Alpen – Für Wanderer und Abenteurer
Im Norden könnt ihr Hotels fast vergessen. Der Goldstandard sind hier traditionelle familiengeführte Pensionen, also Guesthouses – auf Albanisch bujtina oder kulla. In Theth und Valbona erlebt ihr unglaubliche Gastfreundschaft, hausgemachtes Essen und authentisches Bergleben, zum Beispiel in den Villas Jezerca oder im Guest house Hyrmet Demushi.
Tirana – Für Stadtleben und das moderne Gesicht Albaniens
Die Hauptstadt bietet die größte Auswahl an Unterkünften – von günstigen Hostels bis hin zu luxuriösen internationalen Hotels. Ideal ist eine Unterkunft rund um das Zentrum oder im trendigen Viertel Blloku, wo ihr mitten im Geschehen seid. Schön sind die MUZ Studios oder das Hotel mit Frühstück Hotel Boutique Restaurant Gloria.
Praktische Reisetipps
- Transport: Die beste Möglichkeit, Albanien zu erkunden, ist ein Mietwagen. Er gibt euch maximale Freiheit. Stellt euch auf einen abenteuerlichen Fahrstil der Einheimischen und eine unterschiedliche Straßenqualität ein – besonders in den Bergen ist ein 4×4 praktisch. Eine Alternative sind Furgons (Minibusse), die günstig sind, aber ohne festen Fahrplan fahren.
- Währung: Die offizielle Währung ist der albanische Lek (ALL). Euro werden in touristischen Regionen oft akzeptiert, meist aber zu einem weniger günstigen Wechselkurs. Es ist immer besser, lokale Währung dabeizuhaben.
- Zahlungen und Bargeld: Albanien ist weiterhin größtenteils ein Bargeldland. Mit Karte könnt ihr in größeren Hotels, Supermärkten und Restaurants in Tirana und an der Riviera bezahlen, aber auf dem Land, in Pensionen und auf Märkten ist Bargeld ein Muss. Geldautomaten gibt es in allen größeren Städten.
- Essen: Die albanische Küche ist ausgezeichnet und unglaublich günstig. Sie ist eine Mischung aus balkanischen, türkischen und italienischen Einflüssen. Probiert frischen Fisch an der Küste, Lamm in den Bergen und jede Menge frisches Gemüse und Obst.
- Sicherheit: Albanien ist ein sicheres Reiseland und die Einheimischen sind unglaublich freundlich und gastfreundlich. Das größte Risiko ist wahrscheinlich der chaotische Verkehr. Nutzt wie überall sonst euren gesunden Menschenverstand.
- Internet und SIM-Karte: Kauft euch nach der Ankunft am Flughafen oder in der Stadt eine lokale SIM-Karte mit Datenpaket (z. B. von Vodafone oder One). Das ist sehr günstig und sorgt für eine zuverlässige Verbindung im ganzen Land.
- Sprache: Die Amtssprache ist Albanisch. In touristischen Gegenden kommt ihr mit Englisch oder Italienisch gut zurecht. Lernt ein paar grundlegende Wörter wie „Faleminderit“ (Danke) und „Mirëdita“ (Guten Tag) – die Einheimischen werden es sehr zu schätzen wissen.
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